Lexikon
Handel
lateinisch commercium, französisch commerceGeschichte des Welthandels
Nach Zerfall des Römischen Reiches, das dem Handel einen einheitlichen Wirtschaftsraum geboten hatte, bildete Byzanz ein wichtiges Zentrum des Fernhandels zwischen Ost und West. Der Handelsverkehr zwischen Europa und dem Orient erhielt durch die Kreuzfahrer und deren Eroberungen weiteren Auftrieb; davon profitierten ab dem 12. Jahrhundert Handelsstädte in Spanien (Barcelona), Frankreich (Marseille, Lyon), Oberitalien (Pisa, Venedig, Genua) und Süddeutschland (Augsburg, Ulm, Nürnberg, Regensburg). Zugleich wurden die Nord- und Ostseeanrainer zu einem weiteren wichtigen, von der Hanse beherrschten Handelsgebiet.
Am Ausgang des Mittelalters entstanden mächtige internationale Handelshäuser, z. B. die Augsburger Familienverbände Fugger und Welser. Portugal und Spanien wurden im Zeitalter der Entdeckungen und Expansion Europas in Übersee führende See- und Kolonialmächte, welche den Fernhandel mit Asien und der Neuen Welt abwickelten. Diesen Rang machten ihnen ab Ende des 16. Jahrhunderts die Niederlande und vor allem England streitig.
Unter dem Einfluss der Freihandelslehre weitete sich im 19. Jahrhundert der Welthandel stark aus; es bildete sich eine weltwirtschaftliche Arbeitsteilung zwischen jungen nord- und mitteleuropäischen Industrieländern und den Rohstoffländern im Osten und in Übersee heraus. Die USA wuchsen seit Beginn des 20. Jahrhunderts in ihre heutige Rolle als wichtigste Welthandelsmacht hinein.
- Einleitung
- Tausch und Arbeitsteilung
- Geschichte des Welthandels
- Abbau von Barrieren, fairer Handel
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