Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
zurückziehen
zu|rụ̈ck|zie|hen I.
〈mit Akk.; hat zurückgezogen〉
1.
etwas z.
a)
zu sich heranziehen, an den Körper ziehen;
die Hand, den (ausgestreckten) Fuß z.
b)
zur Seite ziehen;
die Vorhänge z.
c)
widerrufen, für nicht mehr gültig, für nicht mehr erwünscht erklären;
eine Bestellung, einen Auftrag, eine Klage z.
d)
aus dem Handel, aus dem Verkehr ziehen;
eine Ware, ein Medikament z.
2.
etwas oder jmdn. z.
nach hinten ziehen, an eine Stelle weiter hinten ziehen;
den Tisch ein Stück z.; jmdn. vom Ufer, Abgrund z.
3.
jmdn. z.
a)
an einen Ort weiter hinten marschieren lassen;
Truppen z.
b)
zurückkehren lassen;
einen Botschafter z.
c)
〈unpersönl., mit „es“〉
es zieht jmdn. zurück
in jmdm. erwacht das Bedürfnis zurückzukehren, wiederzukommen;
es zieht mich immer wieder dorthin, hierher, in diese schöne Stadt zurück
II.
〈refl.; hat zurückgezogen〉
sich z.
1.
nach hinten gehen, sich rückwärts bewegen;
Truppen ziehen sich zurück
2.
an einen Ort gehen (an dem man allein, ungestört ist);
sich in sein Zimmer z.; sich ins Privatleben z.
seinen Beruf nicht mehr ausüben;
sich in die Einsamkeit z.;
vgl. zurückgezogen
3.
sich aus, von etwas z.
an etwas nicht mehr teilnehmen;
sich aus dem Geschäftsleben, aus dem politischen Leben z.; sich von der Öffentlichkeit z.; der Schauspieler hat sich von der Bühne zurückgezogen
der Schauspieler tritt nicht mehr auf
4.
sich von jmdm. z.
mit jmdm. nicht mehr zusammenkommen (wollen), den freundschaftlichen Verkehr mit jmdm. abbrechen
III.
〈o. Obj.; ist zurückgezogen〉
seinen Wohnsitz erneut an einen Ort verlegen (an dem man schon gewohnt hat);
sie sind wieder nach Freiburg zurückgezogen
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