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LEXIKON

Internationaler Währungsfonds

Abk. IWF; Weltwährungsfonds, engl. International Monetary Fund, Abk. IMF
Sitz: Washington; auf der Konferenz von Bretton Woods im Juli 1944 zusammen mit der Weltbank geschaffene multilaterale Institution; Ziele: Förderung der internationalen Währungsstabilität durch Beobachtung der internationalen Währungspolitik und der Wechselkurse, Bereitstellung von Krediten (Fazilitäten) bei kurzfristigen Zahlungsbilanzungleichgewichten ihrer Mitglieder. Der IWF verfügt über ein Eigenkapital, das sich aus den eingezahlten Anteilen (Quoten) der Mitglieder zusammensetzt (2011: 187 Mitglieder). Nach der Quote und dem wirtschaftlichen Potenzial richtet sich auch das Stimmgewicht der Mitglieder im Entscheidungsorgan, dem Exekutivdirektorium (24 Mitglieder), dem ein auf fünf Jahre gewählter geschäftsführender Direktor vorsteht, der traditionell Europäer ist. Das höchste Organ des IWF, der Gouverneursrat, in den jedes Mitgliedsland einen Vertreter entsendet, tagt einmal im Jahr und entscheidet über Grundsatzfragen. Die Beistandskredite, die bedeutendste Kreditform des IWF, sind in der Regel an Auflagen gebunden, die den Kreditnehmer zu Einsparungen im öffentlichen Sektor veranlassen, um den Staatshaushalt zu konsolidieren und damit die Abwertung der Währung zu stoppen. Die Gewährung von Krediten durch den IWF gilt gleichzeitig als Gütesiegel für die allgemeine Kreditwürdigkeit eines Landes und ist damit die unverzichtbare Voraussetzung für die Gewährung privater Kredite und Investitionen. Zur Erhöhung der internationalen Liquidität und zur Erweiterung der Kreditmöglichkeiten der IWF-Mitglieder wurden Ende der 1960er Jahre die Sonderziehungsrechte (SZR) geschaffen, ein sogenanntes stoffwertloses Weltgeld, das auch als Recheneinheit für Einlagen und Kredite des IWF dient und dessen Wert sich aus einem Währungskorb der wichtigsten Weltwährungen ergibt.
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