Lexikon
Weltbank
Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, englisch International Bank for Reconstruction and Development, Abkürzung IBRD, Sitz: Washington, auf der Konferenz von Bretton Woods im Juli 1944 zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geschaffene multilaterale Institution zum Wiederaufbau und zur Stimulierung ökonomischer Entwicklung durch Vergabe langfristiger, projektbezogener Darlehen. Die Weltbank soll Kredite für produktive Zwecke staatlichen Institutionen, Unternehmen und Organisationen zur Verfügung stellen, wenn diese am privaten Kapitalmarkt nicht zu erträglichen Bedingungen erhältlich sind, sofern das Mitgliedsland hierfür bürgt. Da die tatsächliche Einzahlungsquote nur knapp 10% der Kapitalzeichnungen ausmacht und der Rest reines Haftungskapital zur Absicherung von Ansprüchen gegen die Weltbank ist, muss die Weltbank zur Finanzierung ihrer Aktivitäten Anleihen an den privaten Kapitalmärkten aufnehmen. Der Beitritt zum IWF ist die Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Weltbank (2010: 187 Mitgliedsländer); die Organisations- und Entscheidungsstruktur beider Organisationen, die als Sonderorganisationen den Vereinten Nationen angegliedert sind, ist weitgehend identisch. Das Stimmrecht ist ebenfalls nach dem Kapitalanteil gewichtet, was zu einer Dominanz der westlichen Industrieländer bei Entscheidungen des Exekutivdirektoriums (24 Mitglieder) führt. Die fünf Staaten mit dem größten Anteil an der Kapitalzeichnung (USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien) stellen je einen Exekutivdirektor; die restlichen Direktoren werden von Ländergruppen nach ihrer regionalen Zugehörigkeit gewählt. Die laufenden Geschäfte führt ein auf fünf Jahre vom Exekutivdirektorium gewählter Präsident, der traditionell Amerikaner ist. Das formell höchste Organ, der Gouverneursrat, in dem jedes Mitgliedsland vertreten ist, tagt einmal im Jahr und trifft Grundsatzentscheidungen.
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