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Singvögel: Artenreich und wohl bekannt

Welches Verhalten gab den Sperlingsvögeln ihren Namen?

Das sog. Sperren der Jungvögel: Sobald sich die Elterntiere dem Nest nähern, sperren die Jungen ihren Schnabel weit auf, so dass der leuchtend rot gefärbte Rachen zu sehen ist. Dieses Verhalten ist für die Jungvögel lebenswichtig, denn nur sperrende Junge werden gefüttert, die anderen bleiben in der Entwicklung zurück und gehen schließlich zugrunde. An der arttypischen Rachenzeichnung erkennen die Eltern ihre Jungen. Brutschmarotzer wie der Kuckuck, die ihre Eier in fremde Nester legen, ahmen diese Zeichnung nach, damit die jungen Kuckucke von den Pflegeeltern ebenfalls gefüttert werden.

Übrigens: Die Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) ist die größte und artenreichste Vogelordnung: Sie umfasst rund 5300 der zurzeit über 9000 bekannten Vogelarten der Erde. Alle Sperlingsvögel verbindet eine Reihe von charakteristischen Merkmalen: Ihre Jungen sind Nesthocker und betteln sperrend um Futter; alle sind Landvögel und haben vier Zehen, wobei eine nach rückwärts gerichtet ist und im Sitzen durch das Gewicht des Körpers gesperrt wird, so dass sich die Vögel auch auf dünnen Ästen halten können; weitere Kennzeichen sind der knöcherne Gaumen, der gleichmäßig harte, mehr oder weniger spitz zulaufende Schnabel und der gut ausgebildete Stimmapparat.

Was verrät ein dicker Schnabel?

Dass ein Vogel sich vor allem von Samen ernährt. Birkenzeisig (Acanthis flammea), Bluthänfling (Acanthis cannabina) und Grünfink (Carduelis chloris) etwa können mit ihren recht dicken Schnäbeln auch hartschalige Samen wie Sonnenblumenkerne öffnen. Die Mitglieder der Stieglitzverwandten, einer Unterfamilie der Finken, zeichnen sich durch besonders kräftige Kiefermuskeln und stark kegelförmige Schnäbel aus. So kann z. B. der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) mit seinem äußerst kräftigen Schnabel sogar Kirschkerne aufbrechen.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Stieglitz (Carduelis carduelis) und Erlenzeisig (Carduelis spinus) haben lange, schmale Schnäbel, die es ihnen gestatten, Samen aus Zapfen von Nadelhölzern zu holen. Besonders gut gelingt dies auch den Kreuzschnäbeln (Gattung Loxia), deren charakteristische gekreuzte Schnabelspitzen ein perfektes Werkzeug sind, um die Schuppen von Fichten-, Tannen- oder Kieferzapfen aufzuhebeln und an die begehrten Samen zu gelangen. Und der Buchfink (Fringilla coelebs) ist sogar mit einem kegelförmigen Allzweckschnabel ausgestattet, mit dem er sowohl Körner, Beeren und Spinnen als auch Insekten zu fressen vermag.

Wie ist der Schnabel der Insektenjäger gebaut?

Je nach Jagdweise unterschiedlich. Die Eigentlichen Fliegenschnäpper (Unterfamilie Muscicapidae) beispielsweise fangen ihre Beute, indem sie sie von einem Ansitz aus anfliegen. Ihr Schnabel ist deshalb flach und breit und öffnet sich zu einem großen Rachen. Grasmücken (Unterfamilie Sylviidae) hingegen haben einen dünnen, feinen »Pinzettenschnabel«, mit dem sie Insekten gut aufpicken können. Ein solcher Schnabel eignet sich auch hervorragend, um in Ritzen und Spalten nach Kleintieren zu suchen, wie es etwa der heimische Kleiber (Sitta europaea) tut.

Mit ihrem an der Spitze hakenartig nach unten gebogenen Schnabel, der dem eines Greifvogels ähnelt, können die Würger (Gattung Lanius) auch große Insekten, ja sogar kleinere Wirbeltiere erbeuten. Ist Nahrung im Überfluss vorhanden, so spießen sie ihre Beute auf Dornen auf oder klemmen sie zwischen Astgabeln ein, was den Vögeln den Ruf eingebracht hat, mordlustig zu sein.

Auf der Speisekarte der Nektarvögel (Familie Nectariniidae), die in den Tropen der Alten Welt zu Hause sind, steht neben Insekten auch Nektar. Ihr Schnabel ähnelt dem der Kolibris: eine dünne, gebogene Röhre mit einer Zunge, die weit herausgestreckt werden kann.

Übrigens: Auch ihr Gefieder schillert in allen Farben. Allerdings beherrschen sie nicht den für Kolibris charakteristischen Schwirrflug, sondern klammern sich bei der Futteraufnahme an die Blüten.

Was töpfert der Töpfervogel?

Sein Nest. Der in Südamerika heimische Töpfervogel (Furnarius rufus) hat sich auf die Errichtung von Lehmbauten spezialisiert. Unermüdlich trägt er zusammen mit seiner Partnerin bis zu 2500 Lehmbrocken zusammen, aus denen er zwei bis 30 Meter über dem Erdboden sein außergewöhnliches Nest »töpfert«, das bis zu 6,5 Kilogramm schwer werden kann und – einzigartig unter allen Vögeln – aus einem Vorraum und einem Nistraum besteht. Auch hierzulande gibt es »Maurer«: Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) errichtet ein Mörtelnest, das sie aus feuchtem Lehm und Stroh mauert sowie mit Federn, Haaren und Grashalmen auslegt.

Wahre Nestbaukünstler sind unter den Webervögeln (Familie Ploceidae) zu finden, die ihre überdachten Behausungen in Büschen, Bäumen oder im Schilf anlegen. Wie geschickt die Vögel zu flechten verstehen, zeigen die Steppenweber (Gattung Textor): Zunächst fertigt das Männchen in einer Astgabel oder zwischen Halmen einen senkrecht stehenden Ring. Dieser wird dann auf einer Seite zur Brutkammer erweitert, während auf der anderen Seite der Eingang und die Einflugröhre angelegt werden. Die Auspolsterung des Nestes übernimmt das Weibchen.

Kann der Schneidervogel nähen?

Ja. Der in Asien heimische Schneidervogel (Ortotomus sutorius) praktiziert eine ungewöhnliche Variante des Nestbaus: Er näht sich sein Nest regelrecht zusammen. Dazu biegt er mehrere an einem Zweig hängende Blätter zu einer Tüte zusammen, stanzt am Rand mit dem Schnabel Löcher hinein und verbindet dann die Blattränder mit aufgelesenen Fäden oder Spinnweben. Der so entstandene Hohlraum wird mit einem Nest aus wolligen Samen und Tierhaaren ausgekleidet.

Wie singen Vögel?

Die erstaunlich vielfältigen Gesänge der unterschiedlichen Vogelarten werden von einem einzigartigen Stimmorgan produziert, das nur die Vögel entwickelt haben: der Syrinx. Sie sitzt im Brustkorb dort, wo sich die Luftröhre aufspaltet, und besteht aus Membranen, die zwischen den Knorpeln der Luftröhre angeordnet sind. Beim Ausatmen werden die Membranen in Schwingung versetzt. Durch besondere Muskeln kann die Spannung der Membranen verändert werden, so dass unterschiedliche Laute entstehen. Verstärkt werden die Töne durch Luftsäcke. Die Leistungen dieses Instruments übertreffen die menschliche Stimme bei weitem, denn Vögel haben einen Stimmumfang von acht Oktaven.

Zu den kunstvollsten Sängern im ganzen Vogelreich zählt der auch bei uns heimische Eurasiatische Zaunkönig (Troglodytes troglodytes). Dieser mit nur knapp zehn Zentimeter kleinste Vertreter der Zaunkönige (Familie Troglodytiae) hat nicht nur eine erstaunlich laute Stimme, sondern beherrscht auch zahlreiche Variationen – von schnellen Tonreihen bis zu langsamen Flötenstrophen. Je nachdem, ob er seinen Gesang zur Einschüchterung von Konkurrenten oder zur Partnerwerbung ertönen lässt, ändern sich die Tonfolgen seiner Lieder.

Lässt sich eine Vogelart immer am Gesang erkennen?

Im Prinzip ja, doch manche Vögel tragen nicht nur ihre eigenen Melodien vor, sondern sind auch begabte Stimmimitatoren. Ein Beispiel ist unser heimischer Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris), aus dessen Gesang ein Vogelkenner bis zu 20 verschiedene Vogelrufe heraushören kann. Die mit den Rohrsängern verwandten Spötter (Gattung Hippolais) sind noch größere Meister der Nachahmung. So nimmt zum Beispiel der Gelbspötter (Hippolais icterina) in seine ausdauernd und laut vorgetragenen Lieder sogar Motive tropischer Vögel auf, die er in seinem Winterquartier gehört hat. Und Stare (Sturnus vulgaris) können nicht nur hervorragend Vogelstimmen, sondern auch verschiedenste andere Geräusche imitieren.

Diese »Sprachbegabung« ist bei ihren asiatischen Verwandten, den Beos (Gattung Gracula), noch ausgeprägter. Vögel in der Obhut des Menschen lernen, dessen Stimme so gut nachzuahmen, dass oft einzelne Worte deutlich zu verstehen sind. Ebenfalls sehr sprachbegabt ist der Kolkrabe (Corvus corax), dessen Syrinx unter allen Vögeln den kompliziertesten Bau aufweist. Der beste Vogelstimmenimitator jedoch, auf den sogar die Artgenossen der nachgeahmten Vögel hereinfallen, ist unser heimischer Eichelhäher (Garrulus glandarius).

Welcher Vogel singt am schönsten?

Nach Meinung vieler die Nachtigall (Luscinia megarhynchos). Erblickt man zum ersten Mal eine Nachtigall, so ist man wahrscheinlich erstaunt, dass ein so zierlicher Vogel einen solch kraftvollen Gesang zustande bringt, der noch im Umkreis von einem Kilometer zu hören ist. Die Fähigkeit zu singen ist Nachtigallen zwar angeboren, aber den artspezifischen Gesang müssen sie erst von Artgenossen lernen. Die Lernphase beginnt ab dem zwölften Lebenstag und dauert etwa bis zum neunten Lebensmonat. In dieser Zeit ahmen die jungen Nachtigallenmännchen den Gesang eines »Lehrers« nach, allerdings nur, wenn sie Sichtkontakt zu ihm haben und ihn seit ihrem zehnten Lebenstag kennen. Aus den im ersten Lebensjahr erlernten Strophen können sie im Laufe ihres Lebens neue Strophen kombinieren. Bei einem guten Sänger hat man 24 verschiedene Motive gefunden, wobei er ein Motiv bis zu 20 Sekunden lang entwickeln konnte.

Die Sangeskunst der Buchfinken (Fringilla coelebs) hat sogar den sportlichen Ehrgeiz der Vogelliebhaber geweckt: Zur Markierung ihrer Reviergrenzen singen Finkenmännchen stets die gleiche Strophe, den berühmten »Finkenschlag«. Im 19. Jahrhundert veranstaltete man regelrechte Gesangswettbewerbe der Finken. Dabei wurden die mit Tüchern verhängten Käfige auf einen Platz gestellt, und die Vögel versuchten mit kräftigem Schlagen – wie man das Singen der Vögel allgemein auch nennt – ihr Revier zu behaupten. Wurden sie langsam näher zusammengerückt, gab ein Hahn nach dem anderen auf und verstummte. Der letzte Sänger wurde schließlich zum Sieger erklärt. Finkenzüchter konnten verschiedenste Schläge unterscheiden, denn die männlichen Jungfinken übernehmen Teile ihres Gesangs von den erwachsenen Finken in ihrer Umgebung, so dass sich unterschiedliche »Dialekte« herausbilden. Für Finken, die ihre Schläge besonders sauber vortragen konnten, wurden oft hohe Summen gezahlt.

Profitieren Vögel von der Nähe des Menschen?

Manche Arten schon, denn ihnen ist es gelungen, die vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft als Lebensraum zu erobern. Die Bindung dieser Kulturfolger an den Menschen kann unter Umständen so groß werden, dass sie nur noch in seiner Nachbarschaft existieren können. Ein Beispiel dafür ist die Rauchschwalbe (Hirundo rustica). Sie lebt seit Jahrtausenden mit dem Menschen eng zusammen und ist heute aus vielen ländlichen Gebieten nicht mehr wegzudenken. Ihre napfförmigen Nester unter Dächern und in Ställen sind ein ebenso typischer Anblick wie die wendigen Flieger selbst, die oft in Gruppen auf Dächern und Fernleitungen sitzen.

Der Kulturfolger par excellence in unserer Vorstellung ist sicherlich der Haussperling (Passer domesticus), besser bekannt unter der volkstümlichen Bezeichnung »Spatz«. Er hat im Gefolge des Menschen fast die ganze Erde erobert. Neben Körnern und Kerbtieren ernährt er sich auch von dem, was Menschen übrig lassen. Die zutraulichen, bisweilen eher zudringlichen Vögel fordern sogar Futter ein, wie jeder bestätigen kann, der einmal in einem Straßencafé von einem »frechen Spatz« angebettelt wurde.

Auch die Rabenvögel haben die Städte und deren Randgebiete erobert, so etwa der Eichelhäher (Garrulus glandarius), der gern in Baumalleen, Grünanlagen und Friedhöfen nistet und eine besondere Vorliebe für Eicheln hat, oder die Elster (Pica pica), die in Gärten und Grünanlagen leicht Beute findet, und die Saatkrähe (Corvus frugilegus), die mit Vorliebe im Schutz von bewohnten Gebieten nächtigt. Die Nebelkrähe (Corvus corone cornix) besiedelte ursprünglich Wälder und ländliche Gebiete, hat dann aber zunehmend die Stadt als hervorragendes Wohnquartier entdeckt, das auch genügend Nahrung liefert.

Weshalb überwintern einige Vogelarten hier und andere im Süden?

Arten wie Spatz, Amsel, Buchfink, Zaunkönig und Blaumeise ernähren sich von Beeren und Körnern, weswegen sie auch im Winter noch genug Nahrung finden. Diese sog. Standvögel können deshalb das ganze Jahr über in ihrem Brutgebiet bleiben. Bei den sog. Teilziehern, zu denen 80 Prozent der heimischen Vogelarten gehören, machen sich nur einige Artgenossen auf den Weg in den Süden, bei den Zugvogelarten bleibt dagegen kein Vogel zurück.

Alle Vögel, deren Nahrungsquellen im Winter versiegen, müssen ihre Siedlungsgebiete verlassen und Regionen aufsuchen, in denen sie überleben können. Manche Arten, wie einige Mitglieder der Finkenfamilie, begeben sich jedoch auch außerhalb der Vogelzugzeiten im Frühling und Herbst auf Wanderschaft, wenn nämlich das Nahrungsangebot knapp wird. Solche unregelmäßigen Wanderungen sind z. B. vom Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirosta) bekannt.

Übrigens: Es gibt nicht nur Vogelarten, die vor dem mitteleuropäischen Winter fliehen, sondern auch solche, die ihn suchen, so überwintern z. B. Nordosteuropäische Saatkrähen häufig in unseren Städten.

Woher wissen Zugvögel, wann sie in den Süden fliegen müssen?

Wer bleibt und wer zieht, bestimmen die Gene. Untersuchungen bei im Käfig gehaltenen Zugvögeln haben gezeigt, dass diese im Herbst von einer starken Unrast, der sog. Flugunruhe, befallen werden. Auch das Zugverhalten, die Zugrichtung, die Orientierung, sogar durch Verdriftung notwendige Kurskorrekturen sind im Erbgut programmiert. Über die angeborene »innere Uhr« werden Zeitpunkt des Aufbruchs und der Beendigung des Zuges sowie dessen Länge gesteuert.

Wie orientieren sich Zugvögel?

Das ist auch heute noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass einige Arten wie etwa Grasmücken und Brieftauben sich nach dem Stand der Sonne bzw. der Sterne richten, die sie mithilfe ihrer »inneren Uhr« genau berechnen können. Dazu messen sie die Veränderungen der Polarisationsebene des Sonnenlichts und vergleichen diese mit einer im Gehirn gespeicherten Gesamtkarte aller Lichtdaten. Am Nordhimmel richten sie sich dabei nach dem Polarstern, am Südhimmel nach dem Sternbild des Orion.

Sind die Sonne oder der Sternenhimmel von Wolken verdeckt, nutzen die Vögel das Magnetfeld der Erde als Bezugssystem. Manche Vögel können auch im Infraschallbereich hören und niedrige Tonfrequenzen bis hinunter zu 0,1 Hertz wahrnehmen. Natürliche Infraschallquellen sind z. B. Meereswellen oder Windströmungen über Gebirgspässen. Einige Vögel orientieren sich auch mithilfe des Geruchs, z. B. Sturmtaucher, oder an auffälligen Landmarken wie Flüssen und Bergen.

Soll man Vögel im Winter füttern?

Dies ist umstritten. Als Argument dagegen wird angeführt, dass die bedrohten Arten nicht davon profitieren. Die Befürworter weisen darauf hin, dass gerade Stadtkinder damit die Möglichkeit haben, Vögel zu beobachten und sich mit ihnen zu beschäftigen. Grundsätzlich sollte man erst dann füttern, wenn Dauerfrost unter –5 °C herrscht und sich eine geschlossene Schneedecke gebildet hat. Da sich die Vögel schnell an eine Futterstelle gewöhnen und sich darauf verlassen, sollte man bei anhaltender Kälte keine Pause einlegen. Ist die Kältewelle beendet, empfiehlt es sich, nach einer Woche auch die Futtergabe einzustellen. Das Futterangebot muss sich an den Nahrungsgewohnheiten der Vögel orientieren: Weichfressern wie Amseln und Meisen kann man Haferflocken oder spezielle Futtermischungen mit Insekten anbieten, Körnerfressern wie Haussperling oder Buchfink Sonnenblumenkerne, Weizen oder Nüsse. Die Futterstelle sollte so eingerichtet sein, dass die Vögel sie nicht mit Kot verschmutzen können.

Wussten Sie, dass …

der Gesang der Singvögel zur Abgrenzung von Revieren und zum Anlocken von Sexualpartnern dient?

der auf den Galapagosinseln lebende Spechtfink (Cactospiza pallida) seine Beutetiere mithilfe eines Stöckchens aus ihrem Versteck herausholt?

es Vogelschnäbel mit Sägezähnen gibt? Der Pflanzenmäher (Gattung Phytotoma) sägt damit Knospen, Früchte und junge Triebe ab.

Was ist ein Brutschmarotzer?

So nennt man Vögel, die nicht selbst brüten, sondern ihre Eier in die Nester anderer Arten legen und ihre Jungen von fremden Eltern aufziehen lassen. Einer der bekanntesten Brutschmarotzer unserer Breiten ist der Kuckuck (Cuculus canorus), der vor allem andere Sperlingsvögel als Ersatzeltern wählt. Verblüffend ist, dass die Eier des Kuckucks oft in Farbe, Größe und Zeichnung denen der Wirtseltern ähneln – obwohl er sie so unterschiedlichen Arten wie Neuntöter, Rotkehlchen oder Bachstelze unterschiebt. Der Jungkuckuck seinerseits leistet ebenfalls einen Beitrag zur erfolgreichen Vermehrung der Art: Er wirft die noch vorhandenen Eier und seine schon geschlüpften Nestgeschwister kurzerhand aus dem Nest, indem er sich diese auf den Rücken lädt, an der Nestwand emporklettert und sie über den Nestrand fallen lässt.

Wussten Sie, dass …

zu den Singvögeln auch ein Wasservogel zählt? Die etwa starengroße Wasseramsel (Cinclus cinclus) ernährt sich vorwiegend von den Larven verschiedener Wasserinsekten, die sie tauchend erbeutet.

nicht nur die Nachtigall nach Einbruch der Dunkelheit singt? Auch das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) lässt mitunter dann seine perlenden, verträumten Lieder hören.

Was ist der Harzer Roller?

Nicht nur ein Käse mit sehr kräftigem Geschmack, sondern auch ein Kanarienvogel, der einst im Harz gezüchtet wurde und eigentlich Harzer Kanarienvogel heißt. Seinen volkstümlichen Namen verdankt er seiner außerordentlichen Sangeskunst. Übrigens: Sein Vorfahr ist, wie der aller Hauskanarienvögel, der auf den Kanarischen Inseln heimische wilde Kanarienvogel (Serinus canaria). Er wurde bereits 1478 von den Spaniern in Europa eingeführt.

Wussten Sie, dass …

Goldhähnchen die kleinsten europäischen Singvögel sind? Sie messen gerade einmal 8,5–9,5 cm und bringen nur wenig über 5 g auf die Waage!

die Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) den Langstreckenrekord unter den Zugvögeln hält? Sie legt von den arktischen Brutgebieten in ihr Winterquartier in der Antarktis rund 18 000 km zurück.

die in der Tundra brütenden Bergfinken (Fringilla montifringilla) mitunter in großen Scharen auftreten? Spektakuläre 60 Millionen Vögel zählte man im Winter 1865 in Luxemburg.

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