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LEXIKON

Kirchenkampf

die Auseinandersetzung zwischen dem nationalsozialistischen Regime und den christlichen Kirchen in Deutschland 19331945. Hitlers vermeintlich entgegenkommendes Taktieren (Regierungserklärung vom 21. 3. 1933; Abschluss des Reichskonkordats mit dem Vatikan 1933) stieß 1933/34 bei Kirchenführungen und Kirchenvolk auf beträchtliche Bereitschaft zur Kooperation. Der Wirkungsraum, den das Regime der katholischen Kirche im Konkordat zusicherte, wurde jedoch sehr bald durch gezielte antikirchliche Maßnahmen eingeengt, mit denen Partei und Staat die Kirche aus dem öffentlichen Leben (Presse, Schulen) auf die bloße Seelsorge zurückdrängen wollten. Gegen die zunehmende Verfolgung konzentrierte die Kirche ihre Anstrengungen vor allem auf die Sicherung ihres institutionellen Bestands, um wenigstens den Kernbereich ihrer Tätigkeit vor der Vernichtung zu bewahren.
Die evangelischen Kirchen waren anfangs auch von sich aus an der Schaffung einer einheitlichen Reichskirche (Deutsche Evangelische Kirche) interessiert. Widerstand erhob sich jedoch, als von staatlicher Seite die nationalsozialistisch ausgerichteten „Deutschen Christen“ massiv unterstützt wurden, die die „Entjudung“ von Kirche und Lehre betrieben. Wie innerhalb der katholischen Kirche erwuchsen auch bei der Minderheit der Bekennenden Kirche seit 1934 die Bemühungen, sich gegen eine Einengung von Verkündigung und Organisation zu behaupten. Proteste gegen die offenkundigen Verbrechen und später gegen die Massenmorde des Regimes wurden nur in einzelnen Fällen erhoben. Bekannte Persönlichkeiten des christlichen Widerstands waren Bischof C. A. Graf von Galen, D. Bonhoeffer, A. Deip, E. Gerstenmaier.
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