Lexikon
Lamaịsmus
tibetische Ausprägung des indischen Buddhismus (Vajrayana-Buddhismus), der im 8. Jahrhundert aufgenommen wurde und sich nach Konflikten mit der Bon-Religion um 1000 endgültig durchsetzte; abgeleitet von dem tibetischen Wort bla-ma (Mönch, Lehrer); seit dem 11. Jahrhundert existieren verschiedene Schulen, die die Lehren auslegen und die religiöse Praxis bestimmen. Unter diesen wurde im 15. Jahrhundert die Gelugpa politisch bedeutsam, ihre Oberhäupter sind der Dalai-Lama und der Panchen-Lama, die den Kirchenstaat Tibet regieren. Die zentralen Lehren folgen der indischen Tradition, jedoch finden sich auch volksreligiöse Elemente, die auf die tibetische Kultur verweisen, wie Ritualmusik, Rauchopfer oder Opferkuchen (Tormas). Besonderheit ist auch die Chubilghanische Erbfolge. Der Lamaismus hat sich – außer in Tibet – in der Mongolei (seit 1575) und Mandschurei (seit 1600), in Ladakh, Sikkim und Nepal verbreitet. In Bhutan ist der Lamaismus Staatsreligion.
Tibet: Lamaismus
Tibet: Lamaismus
Kloster Jokhan in Lhasa, Tibet,.Das Rad der Lehre (Dharma Chakra) mit zwei Gazellen auf dem Dach des Klosters Jokhang.
© shutterstock.com/Wang Sanjun
Dalai-Lama
Tenzin Gyatso
Dalai-Lama Tenzin Gyatso
© Corbis/Bettmann/Reuters
Wissenschaft
Monströse Eruption auf der Sonne
Vor mehr als 14.000 Jahren ereignete sich der heftigste, jemals nachgewiesene Sonnensturm. Bäume geben noch heute Zeugnis davon. Ähnliche Ereignisse der Neuzeit wirken demgegenüber wie ein laues Lüftchen. von THOMAS BÜHRKE In der Nacht vom 1. zum 2. September 1859 wurde ein ungewöhnlich starker geomagnetischer Sonnensturm...
Wissenschaft
Gesunde Ernährung ist Gen-Sache
Was wir essen, kann unser Erbgut verändern – und umgekehrt regeln die Gene, welche Lebensmittel wir gut vertragen. Neue Erkenntnisse könnten helfen, für jeden Einzelnen passende Ernährungstipps zu finden. von JÜRGEN BRATER, ILLUSTRATIONEN: RICARDO RIO RIBEIRO MARTINS Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum manche Menschen...