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LEXIKON

Panchen Lma

[ˈpantʃ-; tibetisch, Juwel des großen Gelehrten]
Titel des Oberlamas und Vorstehers des Klosters Tashilhunpo bei Xigaze (Tibet), der als jeweilige Verkörperung des Buddha Amitabha angesehen wird. Letzterer reinkarniert sich beim Tod eines Panchen Lama in einem an besonderen Merkmalen erkennbaren und alsbald zum Nachfolger ausgerufenen Knaben. Obwohl der Panchen Lama den höheren geistlichen Rang hat, steht er dem Dalai Lama an politischer Macht meist nach. Die daraus erwachsenden Rivalitäten wurden von den Nachbarn Tibets (Indien und China) bis in unsere Tage politisch genutzt. Der bisher letzte (10.) Panchen Lama (* 1938,  1989) wurde 1959 nach der Flucht des Dalai Lama amtierender Vorsitzender des Vorbereitungskomitees des Autonomen Gebiets Tibet. Nach 1965 befand er sich vermutlich in chinesischen „Umerziehungslagern“. 1982 durfte er erstmals wieder Tibet besuchen. Im Mai 1995 erkannte der Dalai Lama den sechsjährigen Gedhun Choekyi Nyma als neuen Panchen Lama an. Die chinesische Staatsführung akzeptierte diese Entscheidung jedoch nicht und ließ durch eine Kommission einen anderen Kandidaten auswählen.
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