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Im Land des Dalai Lama

Der Buddhismus in Tibet

Das geistige Oberhaupt Tibets ist der Dalai Lama. In Tibet findet sich die farbigste Spielart des Buddhismus, da der Buddhismus im höchsten Land der Welt eine Synthese unterschiedlicher Elemente der buddhistischen Lehre ist.

Der tibetische Buddhismus: Tantrische Elemente und Mönchsregeln
Mönche vor dem Potala Palast in Tibet.

Mönche mit Seidenschals vor dem Potala Palast in der tibetischen Hauptstadt Lhasa.

Tibet ist das klassische Land des Vajrayana oder "Diamantfahrzeugs" - einer späteren Entwicklungsstufe des Buddhismus. Wegen der zentralen Bedeutung tantrischer, esoterischer Lehren zur Verkürzung des Heilsweges spricht man auch vom "tantrischen Buddhismus". Diese Variante ist wegen ihrer Vielzahl an Lehren und Zeremonien und ihrer ausufernden Ikonografie die farbigste Spielart des Buddhismus.

Eigentlicher Begründer des tibetischen Buddhismus war der indische Tantriker Padmasambhava. Er überwand durch Dämonenbannungen den beharrlichen Widerstand der Tibeter und integrierte die vorbuddhistischen, bisweilen Furcht erregend anmutenden Gottheiten und Geister des alten Bön-Glaubens in den Buddhismus. Im Jahr 775 gründete er das erste buddhistische Kloster Samye in Tibet und weihte in der Folge die ersten einheimischen Mönche. Sie wurden, nach der Farbe ihrer Kopfbedeckungen, "Rotmützen" genannt.

Im Lauf des 11. Jahrhunderts entstanden zwei der Hauptorden Tibets, die Kagyüpa und die Sakyapa. Nach 300 Jahren intensiver Übersetzertätigkeit aus dem Sanskrit hatte sich der tibetische Kanon der heiligen Texte, Kangyur, konstituiert. Er wurde 1410 in Peking gedruckt. In dieser Zeit bildete sich die besondere Stellung religiöser Meister, der so genannten Lamas, aus. Auf ihr beruht die im Westen geprägte Bezeichnung "Lamaismus". Diese Meister übertrugen die verschiedenen Lehr-und Ritualtraditionen auf ihre Schüler.

 

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aus der wissen.de Redaktion, Quelle: Brockhaus
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