Wissensbibliothek
Wo gelten Geier als Verkörperung der Unsterblichkeit?
In Indien. Noch heute überlässt man ihnen auf den Türmen des Schweigens in Mumbai die aufgebahrten Toten, die sich – so der Glaube – mit den Vögeln zu neuem Leben »aufschwingen«. Schon bei den alten Ägyptern wie auch bei Türken und Persern galten Geier als Symbol für Elternliebe, da sie ihre Brut liebevoll pflegen. Hierzulande werden sie gemeinhin als Totenvögel und Leichenfledderer verachtet – eine Haltung, die sich auch im Sprachgebrauch niedergeschlagen hat. So steckt etwa hinter der Redewendung »Wie die Geier!« keineswegs Bewunderung für die von vielen Menschen als abstoßend empfundenen Vögel, sondern sie bezieht sich auf ihre offensichtliche Gier, die sie beim Fressen an den Tag legen.
Das Land, das die Sklaven formten
Im Mittelalter erstreckte sich im Süden des heutigen Irak eine Kulturlandschaft, in der die arabischen Eliten mittels eines gewaltigen Bewässerungsnetzwerks eine Plantagenwirtschaft betrieben. Zur Arbeit dort wurden Tausende Sklaven gezwungen, die sogenannten Zanj. von DAVID NEUHÄUSER Es wird von unmenschlichen Bedingungen...
Faktorfischen
Früher wimmelte es in der Bioforschung nur so von „Faktoren“, weil vielfach nach folgendem Prinzip experimentiert wurde: Man stellte Extrakte von irgendetwas her, gab sie zu Zellen, Geweben oder Organismen – und plötzlich machten diese etwas, das sie ohne Extrakt nicht getan hatten. Ergo: In dem kruden Extrakt verbirgt sich...