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LEXIKON

Maosmus

außerhalb Chinas gebräuchliche Bezeichnung für die Gesamtheit der Lehren Mao Zedongs sowie für die von ihm maßgeblich bestimmte Theorie und Praxis des chinesischen Kommunismus. Der Maoismus ist kein geschlossenes Gedankensystem. Er verbindet Gedanken des Marxismus-Leninismus mit traditionell chinesischen Elementen. Das im Westen verbreitete Bild des Maoismus wurde besonders durch die Art und Weise geprägt, wie er in den Jahren der Kulturrevolution (19661969) in Erscheinung trat. Danach ließen sich folgende Grundzüge des Maoismus bestimmen: die betont nationale Ausrichtung; die Ablehnung einer zentralen Führung der kommunistischen Weltbewegung; die Verbundenheit mit der Dritten Welt im Kampf gegen die Supermächte; die Auffassung, dass die armen Bauern (und nicht das Proletariat) die Hauptkraft der Revolution bilden; die Konzeption der Machteroberung durch Guerillakrieg von ländlichen Stützpunkten aus; die Auffassung, dass Klassenkampf und Revolution auch unter sozialistischen Verhältnissen fortdauern; die Vorstellung vom raschen Übergang zur kommunistischen Gesellschaftsordnung unter Überspringung von Zwischenstadien; die Betonung der Rolle des revolutionären Willens und Bewusstseins, verbunden mit der Ablehnung materieller Leistungsanreize und der Geringschätzung fachlicher Kompetenz. In China spricht man von Mao-Zedong-Ideen (chinesisch Mao Zedong sixiang). Diese wurden nach Abschluss der Entmaoisierung nicht mehr als alleinige Schöpfung Maos, sondern als „die Kristallisation der kollektiven Weisheit der Kommunistischen Partei Chinas“ bezeichnet. Damit entstand die Möglichkeit, ihren Inhalt je nach den aktuellen politischen Erfordernissen neu zu definieren.
Der Maoismus ist verantwortlich für Millionen von Opfern unter der chinesischen Bevölkerung (u. a. während der Zeit des Großen Sprungs nach vorn und während der Kulturrevolution).
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