Wissensbibliothek
Wer hält sich eine Seerose als »Haustier«?
Der Einsiedlerkrebs Pagurus arrosor lebt zum Teil mit der Schmarotzerrose (Calliactis parasitica) zusammen. Sie sitzt auf dem Schneckenhaus, das dem Krebs als Zuhause dient. Wechselt er das zu klein gewordene Schneckenhaus, hebt er seine Begleiterin von der alten Behausung ab und setzt sie auf die neue. Die Anemone, wie die Seerose auch genannt wird, schützt ihren Partner mit ihren giftbewehrten Tentakeln, sie selbst profitiert vom ständigen Ortswechsel und dem, was vom Tisch der Krebse abfällt.
Ein ähnliches Gespann bilden die Mantelaktinie Adamsia palliata und der Krebs Pagurus prideauxi. Hier braucht der Einsiedlerkrebs aber nicht einmal mehr umzuziehen: Seine Seerose sitzt am unteren vorderen Rand seines Schneckenhauses und vergrößert es durch ihre Körperabscheidungen.
Übrigens: Nicht nur Einsiedlerkrebse »halten« sich Seerosen als »Haustiere«, sondern es gibt gleichsam auch den umgekehrten Fall, dass Seerosen sich Haustiere zulegen. Zwischen den Tentakeln der Riesenseerosen halten sich beispielsweise gern Anemonen- oder Clownfische auf: Dabei sind die Fische einer bestimmten Seerosenart durch eine Schleimschicht vor deren Nesselgift geschützt, während andere Fische von ihr getötet und gefressen werden. »Ihren« Anemonenfischen bietet die Seerose also Sicherheit. Dafür revanchieren sich die Gäste mit Putzen, Futterkrümeln und der Abwehr von Fischen, die ihrerseits Appetit auf Anemonen haben.
News der Woche 14.02.2025
Der Beitrag News der Woche 14.02.2025 erschien zuerst auf wissenschaft.de.
Lockdowns ließen Gehirne von Jugendlichen schneller reifen
Die Lockdowns während der Corona-Pandemie haben unser aller Zusammenleben stark beeinflusst. Von den Kontaktbeschränkungen mit am meisten betroffen waren Kinder und Jugendliche, was sich häufig in psychischen Folgen zeigte. Nun legen Gehirnscans nahe, dass die Lockdowns auch die Gehirnentwicklung von Teenagern verändert haben....