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LEXIKON

Mosak

[
das; arabisch musauik, „geschmückt“
]
eine Kunsttechnik, die durch flächiges Zusammenfügen von farbigen Steinen oder Glasstücken figürliche Bilder oder ornamentale Dekorationen gestaltet. Ursprungsgebiet der Mosaiktechnik ist der Orient; die ältesten, mehr als 5000 Jahre alten Funde stammen aus Uruk. In Griechenland war das Mosaik zunächst ausschließlich Fußbodenbelag, ein aus weißen und schwarzen Marmorsteinen verschiedener Größe zusammengesetzter Steinteppich mit geometrischen Mustern. Solche Steinmosaiken nahmen mit der Verwendung auch andersfarbiger Marmorsorten und der Beschränkung auf kleine Steinformate allmählich den Charakter ornamentaler Kunstwerke an.
Das Glasmosaik, nicht nur in Griechenland, sondern während der ersten nachchristlichen Jahrhunderte auch in Italien zu hoher Kunst entwickelt und von da an die vorherrschende Form des Mosaiks im Orient und im Abendland, zeichnet sich gegenüber dem aus Natursteinen gesetzten Mosaik durch weit größeren Farbenreichtum aus. Bei besonders kostbaren Mosaiken findet sich diese starke Farbigkeit noch erhöht durch Edelsteine und blattgoldunterlegte Glaswürfel. Letztlich unterscheidet sich die Technik des Glasmosaiks von der des Steinmosaiks nur dadurch, dass statt der Steinstifte oder -platten Würfel aus farbigem Glasfluss verwendet wurden.
Die bedeutendsten Kirchenmosaiken haben sich in Rom (Sta. Maria Maggiore, Sta. Pudenziana) und in Ravenna erhalten (SantAppollinare Nuovo, San Vitale, zwei Baptisterien). Sie stammen aus dem 5. und 6. Jahrhundert; ihre Schönheit wird von der späteren Mosaikkunst kaum übertroffen. Nach restauratorischen Bemühungen im 19. Jahrhundert trat das Mosaik als selbständige künstlerische und kunsthandwerkliche Gattung erst wieder im 20. Jahrhundert in Erscheinung mit Arbeiten von M. Chagall, H. Erni, F. Leger und F. Winter.
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