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LEXIKON

Neuplatonsmus

das letzte große spekulative System der Antike. Der Neuplatonismus wollte echter Platonismus sein, griff jedoch auch eine Fülle peripatetischer, stoischer und neupythagoreischer Gedanken auf. Er übersteigerte die bei Platon angenommene Transzendenz des Ur-Einen und verband sie mit der Emanationslehre Plotins, der zum eigentlichen Begründer des Neuplatonismus wurde. Diese metaphysisch-spekulative Richtung wurde im griechischen Sprachbereich von den unmittelbaren Plotin-Schülern Amelios und Porphyrios, aber auch von der athenischen Schule (Plutarch, Syrian, Proklos, Simplikios [5./6. Jahrhundert]) weitergeführt und von den Neuplatonikern des lateinischen Westens (Chalcidius, Marius Victorinus, Boethius) übernommen. Sie und vor allem Augustinus machten diesen Neuplatonismus zum philosophischen Instrument der christlichen Glaubenslehre Jamblichos jedoch, der Begründer der syrischen Schule, machte den Neuplatonismus zum Sammelbecken des Polytheismus. In dieser Richtung entwickelte ihn auch die von der syrischen ausgehende pergamenische Schule. So kam es, dass der Neuplatonismus im griechischen Bereich das Sammelbecken des Widerstands gegen das Christentum wurde, während er im lateinischen Westen geradezu Ausdruck christlichen Glaubensgutes blieb. Für sich steht die alexandrinische Schule, die Gelehrsamkeit und exakte Platon-Exegese pflegte.
Augustinus, Aurelius
Aurelius Augustinus
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