Lexikon

Idee

[
griechisch, „Gestalt, Bild“
]
bei Platon das (überirdische) „Urbild“, das Eigentliche, Wesenhafte, allein wahrhaft, ewig und unveränderlich Seiende, das aller (nur schattenhaften) sinnlichen Erscheinung zugrunde liegt (Höhlengleichnis); im Neuplatonismus Inhalt des obersten Weltprinzips (Nus), während der Aristotelismus die Ideen als Formsubstanzen „in den Dingen“ erklärte und die Annahme von jenseitigen Ideen für überflüssig hielt. In die christliche Philosophie gingen sowohl platonisch-neuplatonische als auch aristotelische Vorstellungen ein (Universalienstreit). Schon in der Stoa dagegen fasste man die Idee als subjektive Allgemeinvorstellung auf. Auch diese Bedeutung ging, vermittelt durch den mittelalterlichen Nominalismus, in die neuere Philosophie über; als „Vorstellung“ bei R. Descartes, G. W. Leibniz, J. Locke u. a. Bei I. Kant sind die Ideen notwendige Vernunftbegriffe, für die es keinen Gegenstand in den Sinnen gibt (z. B. Seele, Freiheit, Gott), die sich also nicht erkennen, wohl aber als für den praktischen Vernunftgebrauch gültig postulieren lassen. Diese halbe Rückwendung zu Platon findet sich auch im spekulativen deutschen Idealismus: die Idee als Selbstbewegung des Absoluten, das sich als Tathandlung des Ich (Fichte), als Indifferenz von Natur und Geist (Schelling) oder im dialektischen Prozess der Geschichte (Hegel) zur Wirklichkeit bringt, wobei jedoch die Verknüpfung von wirklicher und idealer Welt von Platon abweicht.
Kinder
Wissenschaft

Gesunde Erde

Der Kontakt mit Erdmikroben kann den Menschen vor Autoimmunerkrankungen schützen. Wie genau, ist Gegenstand der Forschung. Doch schon jetzt ist sicher: Wer gärtnert oder im Wald spazieren geht, tut sich etwas Gutes. von SUSANNE DONNER Den Boden betrachten wir einerseits als unhygienisch, gleichbedeutend mit Dreck. Andererseits...

Noch kein lebensfreundlicher Ort: Die junge Erde war einem enormen Bombardement aus dem All ausgesetzt. Kometen- und Planetoiden-Einschläge lieferten wertvolle Rohstoffe – darunter organische Moleküle und Wasser, die Grundlagen für die spätere Entstehung des Lebens.
Wissenschaft

Der Ursprung der Ozeane

Himmelsstein: Am 9. Juni 1952 schlug ein 107 Kilogramm schwerer Steinbrocken aus dem All in der kanadischen Provinz Alberta in einem Weizenfeld bei dem Weiler Abee ein. Es ist der größte bekannte Enstatit-Chondrit. Diese seltene Art von Steinmeteoriten wurde nach dem darin nachweisbaren Mineral Enstatit benannt, einem...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon