Lexikon

Saarland

Geschichte

Nach Beendigung des 1. Weltkriegs wurde das aus preußischen und bayerischen Landesteilen gebildete Saargebiet (offizielle Bezeichnung bis 1935) von Frankreich beansprucht, jedoch dem Völkerbund unterstellt. Frankreich erhielt das Eigentum an den Kohlengruben. 1935 wurde das Saarland nach einer Volksabstimmung (rd. 90% für Deutschland) wieder dem Deutschen Reich angegliedert und dem Gauleiter der Pfalz als Reichskommissar unterstellt.
Nach dem 2. Weltkrieg gehörte das Saarland zunächst zur französischen Besatzungszone. Ab 1946 wurde es schrittweise aus ihr herausgelöst und dem französischen Wirtschafts- und Währungsgebiet eingegliedert. 1948 verlor die Bevölkerung des Saarlandes die deutsche Staatsangehörigkeit. Durch die französisch-saarländischen Konventionen von 1950 erhielt das Saarland autonomen Status; es überließ Frankreich die außenpolitische Vertretung. Die Opposition gegen diese Politik wurde unterdrückt und ausgeschaltet. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland in die westeuropäische Integration einbezogen worden war, einigte sie sich mit Frankreich auf ein Saarstatut, nach dem das Saarland bis zum Abschluss eines Friedensvertrages einem Kommissar der Westeuropäischen Union (WEU) unterstehen sollte. Diese Lösung wurde jedoch von der Bevölkerung des Saarlandes in einer Volksabstimmung am 23. 10. 1955 mit 67% der Stimmen abgelehnt. In darauf folgenden Landtagswahlen erhielten die für die Rückkehr zu Deutschland eintretenden Parteien eine große Mehrheit. Durch sechs deutsch-französische Verträge vom 27. 10. 1956 wurde das Saarland am 1. 1. 1957 zehntes Land der Bundesrepublik Deutschland. Um Frankreich allzu große Verluste zu ersparen, erfolgte die wirtschaftliche Rückgliederung erst zweieinhalb Jahre später, am 5. 7. 1959. 1957–1985 regierte die CDU allein oder in Koalitionen mit anderen Parteien; 1985 bis 1999 war die SPD Regierungspartei, seit 1999 ist es wieder die CDU. Ministerpräsidenten seit 1947: 1947–1955 Johannes Hoffmann (Christliche Volkspartei), 1955/56 Heinrich Welsch (parteilos), 1956/57 Hubert Ney (CDU), 1957–1959 Egon Reinert (CDU), 1959–1979 Franz Josef Röder (CDU), 1979–1985 Werner Zeyer (CDU), 1985–1998 Oskar Lafontaine (SPD); 1998/99 Reinhard Klimmt (SPD); 1999–2011 Peter Müller (CDU); seit 2011 Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).
  1. Einleitung
  2. Landesnatur
  3. Bevölkerung
  4. Wirtschaft
  5. Geschichte
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