Lexikon
Skythen
Selbstbezeichnung Skolotenindoeuropäische Völkerschaft iranischer Abstammung; ließen sich in der 1. Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. im Schwarzmeergebiet nieder, wo sie mit der griechischen Kultur in Berührung kamen. Allerdings umfasste der Begriff Skythen auch zahlreiche nicht skythische Stämme, die unter die Oberhoheit der Skythen geraten waren. Die Skythen trugen anliegende, reich verzierte, mit einem Ledergürtel gehaltene Röcke und Hosen, Schuhe aus weichem Leder, auf dem Kopf eine Mütze. Sie lebten in Wagen oder Zelten. Ihre Herden bestanden aus Pferden, Rindern und Schafen. Hauptwaffen waren der Steppenbogen und ein dolchartiges Kurzschwert. Macht und Reichtum der skythischen Häuptlinge spiegeln sich in der prächtigen Bauart (hölzerne Grabkammern) und reichen Ausstattung der Hügelgräber. Im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. gingen auch die Nomadenskythen zur Landwirtschaft mit festen Wohnsitzen und Befestigungsanlagen über. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. wurden die Skythen von den Sarmaten aus ihren Gebieten westlich des Don und von Philipp II. von Makedonien über die Donau verdrängt; im 3. Jahrhundert v. Chr. gerieten auch die Skythen Südrusslands unter die Herrschaft der Sarmaten.
Die skythische Kunst hat sich auf der Grundlage der nordeurasiatischen Jägerkunst in der Begegnung mit der iranischen und griechischen Kunst in der Zeit von 600–300 v. Chr. entwickelt. Den Hauptanteil an ihrer Blüte hatte das Kunsthandwerk der griechischen Städte an der Nordküste des Pontus. Das Hauptmotiv der Steppenkunst ist das Tier. Nach Ablösung der skythischen Herrschaft durch die Sarmaten erfuhr die skythische Kunst eine Umformung in Richtung auf das mehrfarbige, durch Edelsteineinlagen belebte Ornament. In dieser Form beeinflusste die skythisch-sarmatische Kunst nach Aufnahme hellenistischer und spätrömischer Elemente die keltische Kunst der Latènezeit und die von den Goten getragene Kunst der Völkerwanderungszeit, war bestimmend für die eurasiatische Steppenkunst und wirkte noch in der Kunst des Islam nach.
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