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Was läutete die Epochenwende in Osteuropa ein?

Die in der Sowjetunion ab 1985 eingeleitete Reformpolitik Michail Gorbatschows entfaltete auf ganz Ostmittel- und Südosteuropa eine Sogwirkung. Die Initialzündung für eine demokratische Umgestaltung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ging von Polen und Ungarn aus. Die »Demokratisierungswelle« nahm in Polen ihren Anfang – hier trat die sozialistische Regierung 1988 u. a. auf Druck von Streikbewegungen erstmals mit der verbotenen Gewerkschaft Solidarność (»Solidarität«) in Verhandlungen ein. Beide Seiten vereinbarten 1989 demokratische Reformen, darunter freie Wahlen und die Einführung marktwirtschaftlicher Strukturen. Bei den ersten Wahlen gewann die wieder zugelassene Solidarność 99% der Sitze im neu geschaffenen Senat, Mitte 1989 wurde mit Tadeusz Mazowiecki der erste nichtkommunistische Ministerpräsident Polens seit 1945 gewählt.

In Ungarn setzte nicht eine Bürgerbewegung Reformen in Gang, sondern die kommunistische Partei selbst. Im Februar 1989 wurde die Einführung eines Mehrparteiensystems beschlossen, die ersten freien Wahlen fanden Anfang 1990 statt.

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