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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Kakao

1.
Samen des Kakaobaumes
2.
Getränk daraus
aus
Nahuatl
kakawa, verkürzt aus
Nahuatl
kakawatl (andere Schreibung: cacauatl), dieses wahrscheinlich verkürzt aus
Nahuatl
kakawakwawitl „Kakaobohne“
[Info]
Kakao
Kakao ist ebenso wie Schokolade und Tomate ein aus dem mittelamerikanischen
Nahuatl
stammendes Wort, das ursprünglich kakawatl bzw. cacauatl lautete. Nahuatl, das auch als Aztekisch bezeichnet wird, war die Sprache der Azteken, Tlaxcalteken und Tolteken und wird heute von etwa 1,5 Mio. Menschen vor allem in Mexiko gesprochen. Bereits vor mehr als 3500 Jahren bauten die Olmeken Kakao an, knapp 1000 Jahre darauf auch die Mayas. Die Azteken waren schließlich diejenigen, die das Wort xocolatl für ein Getränk prägten, das sie aus zerstoßenen Kakaobohnen, Wasser, Chili, Vanille und Honig zubereiteten und das wir als Schokolade kennen. Dabei heißt das Getränk eigentlich „bitteres Wasser“ (aus xócoc „bitter“ und atl „Wasser“). Kakaobohnen galten als sehr kostbar und dienten nicht nur als Genuss und Zahlungsmittel, sondern hatten auch ihren festen Platz in religiösen Ritualen. Lange Zeit war die aus der Neuen Welt importierte Kakaobohne auch in Europa ein Luxusgut, und noch im 19. Jahrhundert konnte man Schokolade in Apotheken als stärkende Medizin kaufen. In der etwa seit 1900 verbürgten Wendung jemanden durch den Kakao ziehen „jemanden veralbern“ steht Kakao wegen des identischen Anlauts und der ähnlichen Farbe jedoch ganz profan und im Wortsinne notdürftig verhüllend für das Tabuwort „Kacke“ bzw. „Dreck“.
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