Lexikon
Nutzpflanzen
Pflanzen, die der menschlichen Ernährung oder der Fütterung von Haustieren dienen oder die Genuss- oder Heilmittel oder Rohstoffe liefern; im engeren Sinne die Kulturpflanzen, die gezielt züchterisch bearbeitet sind; die Abgrenzung ist schwankend; im weiteren Sinne gelten auch wild wachsende Formen wie Heidelbeere, Preißelbeere oder die Edelhölzer der tropischen Regenwälder als Nutzpflanzen. Die ältesten Nutzpflanzen waren die Getreide, die mit dem Beginn der Jungsteinzeit (8.–7. Jahrtausend v. Chr.) nachzuweisen sind, daneben seit dem 6. Jahrtausend schon Hülsenfrüchte. Der Austausch der Nutzpflanzen zwischen der Alten und der Neuen Welt – nach der Entdeckung Amerikas – geschah bei den Nutzpflanzen der gemäßigten Zonen und den Nutzpflanzen der warmen Zonen gegenläufig: Während die ersteren (Mais, Kartoffel, Bohne, Tabak, Kürbis u. a.) dem europäischen Nutzpflanzenanbau gewaltigen Auftrieb gaben, dem im Wesentlichen nur der Weizenanbau in Nordamerika gegenübersteht, schufen die letzteren (Reis, Hirse, Taro, Kaffee, Banane, Tee, Kakao, viele Obstarten und Palmfrüchte) in Mittel- und Südamerika erst die Grundlage zu stärkerer Besiedlung. Dem steht im Wesentlichen nur die Hevea brasiliensis, der Hauptlieferant des Kautschuks, gegenüber. Durch Züchtung klimaresistenter Nutzpflanzensorten beginnt sich langsam der Unterschied zwischen den beiden Klimazonen zu verwischen.
Heidelbeere
Heidelbeere
Heidelbeere, Vaccinium myrtillus
© Sertürner Arzneimittel GmbH, Gütersloh
Deutschland: Ernteeinsatz
Mähdrescher
Mähdrescher beim Ernteeinsatz.
© Fendt, Marktoberdorf
Wissenschaft
Geschenkte Überlebenszeit
Unbehandelt sterben Menschen, bei denen ein Glioblastom entdeckt wird, innerhalb kurzer Zeit. Eine neue Therapie gegen den aggressiven Hirntumor kann die Patienten zwar nicht heilen, aber ihr Leben verlängern. von ANDREA MERTES Im Mai 2021 sendet Jens Krystek eine Videonachricht in die Welt: „Ich bin im Krankenhaus“, sind seine...
Wissenschaft
Wie sich das Bärengebiss entwickelt hat
Ob sich ein Säugetier üblicherweise von Pflanzen oder von Fleisch ernährt, erkennt man üblicherweise am Gebiss. Beispielsweise sind bei Pflanzenfressern die hintersten Backenzähne typischerweise größer als die vorderen; bei Fleischfressern ist es andersherum. Doch Bären weichen von diesem Muster ab. Bei ihnen ist meist der zweite...