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LEXIKON

Tagelied

eine Gattung des Minnesangs, Illusionsdichtung; schildert den fiktiven Abschied eines Ritters von der geliebten Dame am frühen Morgen. Das Paar wird von einem Vogel oder vom Ruf des Wächters aufgeweckt. Es folgt eine schmerzliche Trennung und die Klage der zurückgebliebenen Frau. Vorbild des Tagelieds war die Alba der provenzalischen Troubadours. Das erste mittelhochdeutsche Tagelied ist (wahrscheinlich) von Dietmar von Aist überliefert (um 1170). Es folgen Lieder von Heinrich von Morungen und Wolfram von Eschenbach. Im Spätmittelalter wurde das Tagelied gelegentlich parodistisch nachgeahmt (Oswald von Wolkenstein).
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