Lexikon
Zellstoff
aus Cellulose bestehende, feinfaserige, weiche und weiße Masse; Ausgangsprodukt für die Herstellung von Papier, Kunstseide, Nitrocellulose, Vulkanfiber, Zellglas u. a. Kunststoffen. Als Rohmaterial für die Gewinnung von Zellstoff verwendet man in erster Linie Holz (Fichte, Kiefer, Buche), in steigendem Umfang aber auch anderes cellulosehaltiges Material, z. B. Stroh, Kartoffelkraut und Bastfasern, das durch einen alkalischen oder sauren Aufschluss von Lignin befreit wird. Bei dem erstgenannten Verfahren wird das geschälte und zerkleinerte Holz in großen Kochern bei einem Druck von 7–10 Hektopascal (hPa) und einer Temperatur von 170–180 °C einige Stunden mit einer entweder nur 10-prozentigen Natronlauge (Natronzellstoff) oder mit einer Natriumhydroxid, -sulfid, -carbonat und -sulfat enthaltenden Lauge (Sulfatzellstoff) behandelt, wobei Lignin in Lösung geht. Der zurückbleibende Zellstoff wird auf Filtern von der Lauge befreit, durch Auswaschen mit Wasser gereinigt und schließlich gebleicht. Das aus der Lauge zurückgewonnene Natriumhydroxid kehrt in den Prozess zurück. Beim sauren Aufschluss wird das zerkleinerte Holz in Druckgefäßen bei 4–6 hPa mit Calciumsulfitlauge, die freie schwefelige Säure enthällt, bis zur völligen Erweichung mit Dampf erhitzt; die Aufarbeitung des Zellstoffs erfolgt wie bei Sulfatzellstoff (Sulfitzellstoff). 1 m3 Holz liefert ungefähr 150 kg Zellstoff Die anfallende Ablauge kann durch Gärung zur Produktion von Alkohol und Hefe (Bäcker- und Futterhefe) genutzt werden, wobei 10–14 l Alkohol pro m3 gewonnen werden; sie kann auch nach Eindampfen als Brennstoff verwertet werden.
Wissenschaft
Standheizung
Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal. Da man fürchterlich matt ist, wird das Leben zur Qual“, heißt es im Lied „Oben ohne“ des österreichischen Schlagersängers Reinhard Fendrich. Obwohl er darin vor allem über Barbusigkeit in Wiens Freibädern singen wollte, hat er damit auch eine präzise Beschreibung dessen geliefert, was...
Wissenschaft
Kernkraft, Kernkraft überall
Ich rede gerne und oft über Kernkraft. Neu ist, dass die Leute mir dabei zuhören. Kernkraft ist kein Tabuthema mehr, selbst in Deutschland nicht. Das erste Kernkraftwerk wurde 1954 in der damaligen Sowjetunion in Betrieb genommen. In den folgenden 50 Jahren nahm die durch Kernkraftwerke produzierte Energie weltweit stetig zu....