Lexikon

Zellstoff

aus Cellulose bestehende, feinfaserige, weiche und weiße Masse; Ausgangsprodukt für die Herstellung von Papier, Kunstseide, Nitrocellulose, Vulkanfiber, Zellglas u. a. Kunststoffen. Als Rohmaterial für die Gewinnung von Zellstoff verwendet man in erster Linie Holz (Fichte, Kiefer, Buche), in steigendem Umfang aber auch anderes cellulosehaltiges Material, z. B. Stroh, Kartoffelkraut und Bastfasern, das durch einen alkalischen oder sauren Aufschluss von Lignin befreit wird. Bei dem erstgenannten Verfahren wird das geschälte und zerkleinerte Holz in großen Kochern bei einem Druck von 710 Hektopascal (hPa) und einer Temperatur von 170180 °C einige Stunden mit einer entweder nur 10-prozentigen Natronlauge (Natronzellstoff) oder mit einer Natriumhydroxid, -sulfid, -carbonat und -sulfat enthaltenden Lauge (Sulfatzellstoff) behandelt, wobei Lignin in Lösung geht. Der zurückbleibende Zellstoff wird auf Filtern von der Lauge befreit, durch Auswaschen mit Wasser gereinigt und schließlich gebleicht. Das aus der Lauge zurückgewonnene Natriumhydroxid kehrt in den Prozess zurück. Beim sauren Aufschluss wird das zerkleinerte Holz in Druckgefäßen bei 46 hPa mit Calciumsulfitlauge, die freie schwefelige Säure enthällt, bis zur völligen Erweichung mit Dampf erhitzt; die Aufarbeitung des Zellstoffs erfolgt wie bei Sulfatzellstoff (Sulfitzellstoff). 1 m3 Holz liefert ungefähr 150 kg Zellstoff Die anfallende Ablauge kann durch Gärung zur Produktion von Alkohol und Hefe (Bäcker- und Futterhefe) genutzt werden, wobei 1014 l Alkohol pro m3 gewonnen werden; sie kann auch nach Eindampfen als Brennstoff verwertet werden.
Winzig und wunderlich: Mit diesem Saphir-Kristall im Zentrum einer Halterung für ein Mikroskop hat ein Team um Matteo Fadel von der ETH Zürich rekordverdächtige Quantenschwingungen gemessen. Sie dauerten allerdings nur einige Hundertstel Sekunden. ©Bilder und Grafik: Matteo Fadel/ETH Zürich
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