Lexikon
Zimmermann
Bernd (eigentlich Bernhard) Alois, deutscher Komponist, * 20. 3. 1918 Bliesheim bei Köln, † 10. 8. 1970 Frechen-Königsdorf bei Köln (Selbstmord); 1957–1970 Professor in Köln; begann mit neoklassizistischen Frühwerken, verwendete im Konzert für Violine 1950 erstmals die Reihentechnik, gelangte Ende der 1950er Jahre zu einem „pluralistischen“ Stil, der durch Verwendung von Zitat und Collage eine universale Zeitvorstellung gestaltet („Kugelgestalt der Zeit“); verband in seinen Werken zeitgenössische Techniken mit musikhistorischen Zitaten und Jazz-Elementen („Lingual“, Requiem für einen jungen Dichter 1969). Hauptwerk ist die Oper „Die Soldaten“ (nach Jakob Michael Reinhold Lenz, 1958–1960); ferner Orchesterwerke („Nobody knows de Trouble I see“ 1954), Vokalmusik („Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne“ 1970), Klavier- und Kammermusik („Présence“ 1961), elektronische Werke sowie Hörspiel- und Filmmusiken und verfasste die Aufsatzsammlung „Intervall und Zeit“ 1974.
- Erscheinungsjahr: 1965
- Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Die Soldaten
- Genre: Oper in 15 Szenen
Bernd Alois Zimmermanns (* 1918, † 1970) einzige Oper »Die Soldaten«, die am 15. Februar in Köln uraufgeführt wird, gilt als eines der kühnsten Opernwerke der Gegenwart und macht im modernen Musiktheater Furore. Zimmermann vereint in diesem Stück, dessen Libretto wörtlich auf einem gleichnamigen Schauspiel des Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz aufgebaut ist, die verschiedensten Richtungen der Zwölftonmusik. Jazz, gregorianischer Choral, Linienführungen Bachscher Prägung und elektronische Klänge, Tonbandgeräusche sowie Filmeinblendungen, Lichtspiele u.a. werden dabei verwendet. Außer einem 120-Mann-Orchester wird eine Jazz-Combo benötigt.
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