Lexikon

Zweikammersystem

im klassischen Konstitutionalismus des 19. Jahrhunderts der Grundsatz, dass das Parlament aus zwei unterschiedlich zusammengesetzten Kammern bestehen soll, die aufgrund ihrer verschiedenen Struktur ein politisches Gleichgewicht bei der Gesetzgebung herstellen (so schon Montesquieu). Die eine Kammer ist entweder die Versammlung der Notabeln, des Adels, des Klerus (so das britische Oberhaus, House of Lords), oder sie ist in der Form eines Senats eine mehr oder weniger paritätische Vertretung der Berufsstände einschließlich Kunst und Wissenschaft. In föderalistischen Staaten wird die eine Kammer aus Vertretern der Gliedstaaten gebildet (Senat der USA, Ständerat der Schweiz; der deutsche Bundesrat der Kaiserzeit und der Bundesrepublik Deutschland war bzw. ist keine parlamentarische Kammer, weil er aus weisungsgebundenen Regierungsvertretern bestand bzw. besteht). Die andere Kammer besteht aus den aus allgemeinen und freien Wahlen hervorgegangenen Volksvertretern (z. B. Abgeordnetenhaus in Preußen im Gegensatz zum Herrenhaus, House of Commons, in England, Chambre des députés bzw. Assemblée nationale in Frankreich). Ursprünglich bestand zwischen beiden Kammern Gleichberechtigung in dem Sinn, dass die Zustimmung beider für den Erlass eines Gesetzes erforderlich war. Im 20. Jahrhundert hat die Volkskammer das Schwergewicht erlangt. In vielen Staaten setzte sich das Einkammersystem durch, so auch (trotz des Bundesrats) in der Bundesrepublik Deutschland.
Wissenschaft

Titan – die kalte Alternative

Leben ohne Wasser ist eine seltsame Vorstellung. Und doch gibt es Hinweise, dass selbst auf dem größten Saturnmond die Grundprinzipien des Lebens erfüllt sein könnten. von KAI DÜRFELD Über dem Horizont hängt ein fahles, orangefarbenes Licht. Dunst und Nebel verhüllen den Himmel. Feiner Regen fällt auf eine glänzende Oberfläche....

Die Mathematik ist ein komplexes Theorie-Gebilde, das immer weiter aus sich selbst hervorwächst. Die verschiedensten Bereiche sind durch lückenlos bewiesene Theoreme miteinander verbunden. © BDW-Grafik/Ricardo Rio Ribeiro Martins; Quelle: Stack Exchange – A Graph Map of Math.SE
Wissenschaft

Computer als Assistenz-Mathematiker

Rechnen konnten Computer schon immer. Doch abgesehen davon hatten sie für die Mathematik kaum einen Nutzen – bislang. Denn inzwischen gibt es Programme, die mathematische Beweise prüfen können. KI eröffnet dabei neue Möglichkeiten. von PAULA STRÄTER Den meisten Menschen begegnet Mathematik im Alltag nur, wenn sie zählen oder...

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