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GESUNDHEIT A-Z

Virushepatitis

Hepatitis-B-Virus
Hepatitis-B-Virus
Die schematische Darstellung des Hepatitis-B-Virus zeigt seinen komplexen Aufbau.
infektiöse Gelbsucht, eine durch Viren ausgelöste Entzündung des Lebergewebes (Hepatitis). Bis heute sind fünf durch verschiedene Hepatitisviren hervorgerufene Virushepatitiden bekannt. Sie unterscheiden sich nicht nur durch die verantwortlichen Viren, sondern auch bezüglich Übertragungsweg, Inkubationszeit, Verlauf und Impfmöglichkeit. Alle Virushepatitiden führen zu einer Bildung von Antikörpern gegen Virusantigene. Der Nachweis von Antigenen und Antikörpern im Blut bestätigt die Diagnose und gibt Auskunft über die Art des Virus. Die Klassifikation der Virushepatitiden erfolgt gemäß dem verursachenden Virus. Bei allen fünf Virushepatitiden können blitzartig oder weniger heftig nekrotisierende Verläufe mit Leberkoma und späterer Leberzirrhose vorkommen. Aus der Infektion mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren können sich chronisch andauernde oder chronisch-aggressive Hepatitiden entwickeln.
1. Hepatitis A, auch Hepatitis epidemica. Erreger ist das Hepatitis-A-Virus. Die Infektion erfolgt über den Darm durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel, typische Reisekrankheit. Nach einer Inkubationszeit von 15 bis 45 Tagen treten Übelkeit, Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit auf. Der Verlauf ist häufig ohne Gelbsucht-Symptom, selten schwer und niemals chronisch. Die Krankheit heilt spontan ab, daher ist die Therapie symptomatisch. Eine Impfung wird bei Reisen in warme Länder empfohlen.
2. Hepatitis B, ausgelöst durch das Hepatitis-B-Virus: Die Infektion erfolgt auf dem Blutweg (Bluttransfusionen, gemeinsam benutzte Injektionsnadeln bei Drogenabhängigen, auch durch Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt) und durch Sexualkontakte. Besonders gefährdet sind Drogenabhängige, Hämodialysepatienten, Hämophiliekranke und medizinisches Personal. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 40 und 160 Tagen. Die akute Erkrankung verläuft in vielen Fällen leicht und unbemerkt. In der Frühphase kann es zu Übelkeit, Unterleibs- und Gelenkschmerzen und zu einer Gelbsucht kommen. Fünf bis zehn Prozent der Fälle nehmen einen chronischen Verlauf (insbesondere im Kindesalter). Therapeutisch lassen sich mit Interferon-A bei der Behandlung der chronischen Form gute Erfolge erzielen. Die beste Vorbeugung ist die Impfung.
3. Hepatitis C, ausgelöst durch das Hepatitis-C-Virus: Die Infektion erfolgt auf dem Blutweg und durch sexuelle Kontakte, selten durch Übertragung von der Mutter auf ihr Kind. Die Inkubationszeit kann 2 bis 26 Wochen dauern, in der Regel liegt sie zwischen 6 und 9 Wochen. Die Hepatitis C macht ca. 90% aller Hepatitiden aus, die durch Bluttransfusionen übertragen werden. Die akute Krankheit verläuft meist milde oder ohne klinische Symptome, geht aber bei etwa 70 bis 80% der Erkrankten in einen chronischen Verlauf über. Frühzeitige Behandlung mit Interferon in Kombination mit einem Virostatikum kann das Risiko einer Chronifizierung vermindern. Eine Impfung steht bisher nicht zur Verfügung.
4. Hepatitis D, Delta-Hepatitis, ausgelöst durch das Hepatitis-D-Virus. Eine D-Hepatitis tritt immer akut und nur bei gleichzeitiger Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus auf, entweder als Superinfektion bei einer akuten Hepatitis B bzw. bei chronischen Hepatitis-B-Virus-Trägern oder als Schub einer chronisch-aktiven Hepatitis B. Eine Impfung gegen Hepatitis B wirkt auch gegen das Hepatitis-D-Virus.
5. Hepatitis E, ausgelöst durch das Hepatitis-E-Virus. Diese Form wird wie die Hepatitis A durch kontaminierte Nahrungsmittel übertragen, auch die Symptomatik ist ähnlich. Allerdings kann es bei Infektionen während der Schwangerschaft häufig zu schweren Verläufen mit einer Sterblichkeit von bis zu 20% kommen. Die Inkubationszeit liegt bei 30 bis 40 Tagen. Die Diagnose ist durch einen Antikörpernachweis möglich, ein Impfstoff ist in der Entwicklung, steht aber noch nicht zur Verfügung. Auch Hepatitis, akute, Hepatitis, chronische, Hepatitis.
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