Lexikon

Warschauer Pakt

Warschauer Vertrag über Freundschaft; Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand
am 14. 5. 1955 nach dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO und nach deren formalem Vorbild zwischen kommunistischen Staaten Europas geschlossenes Kollektivverteidigungsbündnis mit automatischer Beistandspflicht, Vereinigtem Oberkommando und unterstellten Truppen. Mitglieder: Bulgarien, die DDR (bis 1990), Polen, Rumänien, die Sowjetunion, die Tschechoslowakei und Ungarn; Albanien, das bereits 1961 die Mitarbeit eingestellt hatte, trat 1968 aus. Der Warschauer Pakt wurde auf 20 Jahre abgeschlossen; da kein Mitglied ihn aufgekündigt hatte, verlängerte sich die Laufzeit 1975 zunächst um weitere 10 Jahre. 1985 wurde der Warschauer Pakt um 20 Jahre verlängert.
Oberstes politisches Lenkungsorgan war der Politische Beratende Ausschuss der Regierungsvertreter. Daneben gab es das Komitee der Verteidigungsminister und das Ständige Außenministerkomitee. Sitz aller Organe war Moskau. Sowjetische Oberbefehlshaber und Berater sowie die Ausrichtung der Streitkräfte nach sowjetischem Vorbild sicherten auch auf militärischem Gebiet die Vormachtstellung der UdSSR in der Organisation. Um außenpolitische Interessengegensätze zu kanalisieren, die Maßnahmen der UdSSR und anderer Mitglieder zu legitimieren und den kleineren Staaten ein beschränktes Mitspracherecht zu gewähren, wurden wichtige Fragen der Europa- und Blockpolitik im Rahmen des Warschauer Pakts behandelt und formal auch beschlossen bzw. genehmigt.
Ungarn erklärte seinen Austritt 1956, er erlangte jedoch durch die blutige Niederschlagung des Ungarnaufstandes keine Wirksamkeit. 1968 beendete die Militärintervention des Warschauer Paktes den „Prager Frühling“ in der Tschechoslowakei.
Infolge des politischen Umbruchs in Osteuropa wurden die militärischen Strukturen des Warschauer Pakts zum 31. 3. 1991 aufgelöst. Am 1. 7. 1991 beschlossen die verbliebenen Mitgliedstaaten in Prag die Beendigung der Wirksamkeit des in Warschau geschlossenen Vertrages und damit die endgültige Auflösung der Vertragsorganisation.
Phaenomenal_NEU.jpg
Wissenschaft

Mit Übelkeit unterwegs

Warum vielen Menschen auf Reisen schlecht wird, und wie man dagegen antrainieren kann, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Der Blick aus dem Fenster kann noch so spektakulär sein – wenn es einem bei der Fahrt mit Pkw, Bus oder Schiff speiübel wird, ist es mit der Begeisterung schnell vorbei. Die Ursache einer solchen Reisekrankheit...

Illustration eines Gehirns, das gewaschen und gereinigt wird
Wissenschaft

Schlafmittel stören die natürliche Reinigung des Gehirns

Wer gut schläft, fühlt sich nicht nur ausgeruht, sondern wacht buchstäblich mit frischem Kopf auf, wie eine neue Studie belegt. Demnach spült ein hormonell betriebener Mechanismus während des Tiefschlafs Abfallstoffe aus dem Gehirn weg, die sich tagsüber abgelagert haben. Diese natürliche “Müllabfuhr” reinigt Nacht für Nacht das...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon