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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Inkubation

In|ku|ba|ti|on
f.
10
1.
Antike
Schlaf an heiligen Stätten (um göttliche Offenbarungen oder Heilung von Krankheiten zu erlangen), Tempelschlaf
2.
Med.
das Sichfestsetzen (von Krankheitserregern im Körper)
3.
Biol.
Bebrütung, Dauer der Bebrütungszeit
[< 
lat.
incubatio,
Gen.
onis,
„das Sitzen auf den Eiern, das Brüten; Schlaf an einem heiligen Ort auf dem Fell eines Opfertieres, um im Traum die Offenbarung des Gottes zu erfahren“, zu
incubare
„auf etwas liegen“]
Inkubation:
Das Wort kommt von dem lateinischen
incubatio
„das Brüten“, „Ausbrütung“ (zu
incubare
„auf etwas liegen“).
Inkubation
hatte schon in der Antike mit dem Thema Gesundheit zu tun: Es bezeichnete dort den Schlaf an heiliger Stätte, um im Traum orakelhafte Offenbarungen oder schlafend die Heilung selbst zu erhalten. Diese sogenannten
Inkubationen
oder
Inkubationsorakel
bezogen sich auf die göttliche Darreichung von Heilmitteln an Kranke. Der Heilschlaf spielte in den Heiligtümern des Asklepios, des griechischen und römischen Gottes der Heilkunde, eine besondere Rolle. Das Ritual ist seit dem fünften Jahrhundert vor Christus bekannt und war später als AeskulapiusKult bis weit in die römische Kaiserzeit hinein von Bedeutung. In der Medizin bezeichnet man mit
Inkubationszeit
den Zeitraum zwischen Eindringen des Erregers in den Körper und Ausbruch einer Krankheit. In der umgangssprachlichen Wendung „jemand brütet etwas aus“ ist dabei der ursprüngliche lateinische Wortsinn noch erkennbar. Auch in der Zoologie wird
Inkubation
im wörtlichen Sinn benutzt. Der Begriff steht hier für den Zeitraum, in dem Tiere ein Ei bebrüten.
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