Wahrig Herkunftswörterbuch
Krawall
Als Krawalle bezeichnet man heute vor allem „gewalttätige Straßenunruhen“: Schon der österreichische Staatskanzler Metternich nannte die Revolution von 1848 einen Bürgerkrawall. Um 1800 kam der Ausdruck Krawall als „Lärm, Aufruhr, lauter Streit“ in Deutschland auf, mit dem ursprünglich verschiedene Arten der „Lärmbelästigung“ gemeint waren. Eine mögliche Herleitung ist das mlat. charavallium „Katzenmusik, Straßenlärm“ bzw. das mfrz. charivalli, das auch eine Art Lärm bezeichnete – nämlich den, den die Hochzeitsgäste veranstalteten, nachdem sich das Brautpaar zurückgezogen hatte. „Spektakel, Durcheinander, Lärm“ bedeutet das auch ins Deutsche entlehnte, heute selten verwendete frz. Wort charivari. Andere leiten dagegen Krawall von dem mundartlichen Verb rebellen „lärmen“ ab (bair. Grebell, hess. Graball).
Wissenschaft
Wenn Satelliten Luft atmen
Der Weg zu den Sternen ist steinig. Doch neue Antriebstechniken sollen die Raumfahrt voranbringen und erstmals langlebige Satellitenmissionen auf sehr tiefen Orbits möglich machen. von DIRK EIDEMÜLLER Es ist eine alte Idee aus der Science-Fiction-Literatur: Raumfahrzeuge, die ihren Treibstoff nicht selbst mitführen, sondern beim...
Wissenschaft
Neandertaler-Linie war 50.000 Jahre isoliert
In der Endzeit der Neandertaler gab es in Europa offenbar mindestens zwei genetisch voneinander getrennte Linien. Das legen DNA- und Isotopen-Analysen eines Neandertalers nahe, der 2015 in der Grotte Mandrin in Frankreich entdeckt wurde. Das Individuum, dem die Forschenden den Spitznamen „Thorin“ gaben, lebte demnach vor etwa 42....