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Aktuelle Trends in der Personalgewinnung

Teil 3: One-Klick-Bewerbung

 

Junge Frau an Laptop
Für die Bewerber soll es in Zukunft so einfach wie möglich werden, sich zu bewerben.
Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft. Neue Rekrutierungsstrategien müssen eingesetzt werden, um potenzielle Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen. Bislang war die Jobsuche auf Seiten der Bewerber mit dem Ausfüllen langer Online-Formulare und dem langwierigen Hochladen von Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen verbunden. Doch mit der One-Klick-Bewerbung können Personaler dem ein Ende setzen und den Bewerbungsprozess verkürzen.

In unserer Social-Media-Welt ist Zeit ein wertvolles Gut. Die Kommunikation mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen hat sich durch die sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter, WhatsApp und Snapchat enorm verändert. Über Chats werden Treffen vereinbart und Nachrichten verschickt. Die Zeitspanne zwischen dem Senden einer Nachricht und der Antwort darauf hat sich auf wenige Minuten reduziert. Eine sofortige Reaktion wird erwartet. Dieses Phänomen lässt sich auch auf den Bewerbungsprozess übertragen.

Schnell und einfach soll es sein, sich auf eine freie Stelle zu bewerben. Die Praxis sieht in vielen Fällen jedoch anders aus: Bewerbungen werden per E-Mail oder über ein Online-Formular entgegengenommen. Die damit verbundene Erstellung der Unterlagen und die Eingabe der persönlichen Daten in ein Online-Formular führen zu einem langen Prozedere aus der Sicht des Bewerbers. Und das hat Folgen: Laut der StepStone-Trendstudie 2016 versenden 41 Prozent der Fachkräfte in Deutschland keine Bewerbung an Unternehmen, die einen komplizierten Prozess anbieten. Diesen rückläufigen Bewerbungseingang kann sich, insbesondere in Zeiten von Fachkräftemangel, jedoch kein Unternehmen leisten. Personaler sollten den Bewerbern entgegenkommen und einen verkürzten Bewerbungsprozess ermöglichen. Die One-Klick-Bewerbung kann neben Mobile Recruiting, Recruitainment und Active Sourcing als ergänzende Methode bei der Personalgewinnung eingesetzt werden. Sie ermöglicht Stellensuchenden per Mausklick, ihr aktuelles Bewerberprofil aus einem Karrierenetzwerk oder einer Lebenslaufdatenbank in die Datenbank des Wunscharbeitgebers zu importieren. Daraus resultiert ein standardisiertes und deutlich beschleunigtes Bewerbungsverfahren, so die Definition in einem Blog-Beitrag von Sonja Dietz.

Die Integration eines möglichen Buttons wie zum Beispiel „Bewerbung per XING“ erleichtert den Kandidaten den Versand ihrer Daten an den Personalverantwortlichen. Diese bekommen die wichtigsten Daten des potenziellen neuen Mitarbeiters automatisch in ihr hausinternes Bewerbermanagementsystem überspielt, sofern der Bewerber sein Profil ordnungsgemäß gepflegt und seine beruflichen Stationen aufgeführt hat. Änderungen im Business-Profil werden durch die Schnittstelle automatisch in der Bewerberakte aktualisiert, sodass dem Personaler stets aktuelle Informationen zur Verfügung stehen. Die One-Klick-Bewerbung dient in erster Linie einem ersten Eindruck und Matching zwischen dem Anforderungsprofil des Unternehmens und dem Profil des Bewerbers. Ist eine hohe Übereinstimmung vorhanden, kann der Personaler den Bewerber um weitere Bewerbungsunterlagen bitten.

Mit der Integration der One-Klick-Bewerbung heben sich Arbeitgeber nicht nur von anderen Unternehmen ab, sondern schaffen bei den Bewerbern eine positive Candidate Experience. Damit sind die Erfahrungen gemeint, die ein Bewerber während des gesamten Bewerbungsprozesses macht. Von der Stellenanzeige über die Unternehmenshomepage bis zum Abschicken der Bewerbung muss dem Bewerber ein konsistenter positiver Eindruck vermittelt werden, der sich durch die mobile Verfügbarkeit von Informationen, einer einheitlichen Darstellung und einem angemessenen Wording auszeichnet. Zudem sollten die Karriereseiten, die Details über das Unternehmen und die offerierten Stellen enthalten, untereinander verlinkt sein. Dies erleichtert dem Bewerber die schnelle Suche und spart eine Menge Zeit. Ein positives Bewerbungserlebnis, egal ob es mit einer Zu- oder Absage endet, trägt zu einer positiven Arbeitgebermarke bei.

Ausblick

Im vierten und letzten Teil der Serie über aktuelle Bewerbungstrends geht es um Active Sourcing. Bei der aktiven Kandidatensuche über soziale Netzwerke verwenden Personaler gezielte Suchbegriffe, um neue Mitarbeiter zu finden und individuell anzusprechen.

Teil 4: Active Sourcing – Wie Stellenausschreibungen durch Recherche und persönliche Ansprache ersetzt werden

Rückblick

Teil 1: Mobile Recruiting – Wie der Bewerbungsprozess auch ohne heimischen PC funktionieren kann

Teil 2: Recruitainment – Wie Elemente aus Recruiting, Information und Unterhaltung zur Personalgewinnung vermischt werden

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