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Tiere als Seelentröster und Therapeuten

Was der Umgang mit dem Tier bewirken kann.

Lieben Sie Tiere über alles? Dann haben Sie sicher schon erfahren, dass von den Zwei- oder Vierbeinern oft eine außergewöhnliche Faszination ausgeht, die sich positiv auf die menschliche Psyche und das damit verbundene körperliche Wohlbefinden auswirken kann.

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Zwei Mädchen mit Pferd
Pferdefreundschaft

Für viele junge Mädchen ist die Beziehung zu Pferden das Größte.

thinkstockphotos.de/Getty Images/Pixland
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Mädchen mit Hund
Hunde – die Klassiker unter den Tierfreunden

Treuer Blick, kalte Schnauze und ein kuscheliges Fell: Hunde machen es Menschen leicht, eine tierische Freundschaft zu entwickeln.

shutterstock.com/Anita Patterson Peppers
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Junge mit Delfin
Delfintherapie

Für Kinder können Delfine wirkungsvolle Therapeuten sein.

istockphoto.com/Pumba1
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Krebskrankes Kind mit Katze
Krebskrankes Kind mit junger Katze

Als Seelentröster sind Tiere kaum zu überbieten, nicht zuletzt, weil sie nicht mit Worten kommunizieren.

thinkstockphotos.de/Getty Images/iStockphoto/Mary Gascho

Tierliebe

Zwei Mädchen mit Pferd
Pferdefreundschaft

Für viele junge Mädchen ist die Beziehung zu Pferden das Größte.

Bereits im Kindesalter wünschen sich die meisten von uns einen vierbeinigen Spielkameraden, mit dem es sich schmusen und ausgelassen herumtoben lässt. Ältere Menschen, die womöglich schon den Lebenspartner verloren haben, sind froh, ein Lebewesen an ihrer Seite zu wissen, das im wahrsten Sinne des Wortes für sie da ist. Sie fühlen sich geliebt, beschützt und sind nicht mehr einsam. Ein Tier belebt Ihren Alltag.

Kinder, die in der Schule unbeliebt sind und von ihren Mitschülern ausgegrenzt werden, verlieren nach und nach ihr Selbstwertgefühl, fühlen sich einsam und isoliert. Ein vierbeiniger Freund – etwa ein Hund oder auch ein kleineres Haustier wie ein Hase – kann helfen, mit der Problematik der Ausgrenzung besser zurecht zu kommen. Das Kind hat in seinem Haustier einen kleinen Freund, durch den es sich geliebt und geborgen fühlt, ein lindernder Ausgleich für die schmerzhafte Zurückweisung der Schulkameraden.

Das Besondere an der Mensch-Tier-Beziehung: Tiere bewerten uns nicht wie andere Menschen. Ob dick, dünn, groß, klein, weiß oder schwarz – für Tiere ist der Charakter des Menschen und sein Umgang mit den Vierbeinern wichtig.

 

Der Hund im Büro

Glaubt man der Empfehlung von Stress-Experten, müsste heute jeder Bürobetrieb einen Hund “anstellen“. Der Vierbeiner soll nicht nur Stress und Anspannung abbauen, sondern auch gesundheitsfördernd wirken.

Wer sich im Büro oft gestresst fühlt, sollte - sofern die Möglichkeit besteht -ruhig einmal den vierbeinigen “Arbeitskollegen“ streicheln oder sich von den treuen Augen eines Hundes in den Bann ziehen lassen. Aus der Forschung ist bekannt, dass schon die einfache Berührung eines Vierbeiners bei vielen Menschen den Blutdruck senkt und für eine erhöhte Ausschüttung des Glückshormons Endorphin sorgt.

Neueren Erkenntnissen zufolge wird bei Menschen sogar schon aufgrund der räumlichen Nähe eines Hundes Endorphin ausgeschüttet. Manche Menschen berichten darüber, dass der Kontakt mit einem freundlichen Hund sogar Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervosität, Husten und Verdauungsbeschwerden vermindert. Wenn Sie für Ihre Bürogemeinschaft die Stress mindernde Gesellschaft eines Hundes erwägen, ist es ratsam, die Zustimmung aller Kollegen zu erreichen. Angst vor Hunden und bekannte oder befürchtete gesundheitliche Probleme mit Vierbeinern rufen eher neuen Stress hervor. Für eine Stress mindernde Gemeinschaft sind folgende Rassen besonders geeignet:

  • Golden Retriever - ein durchaus geduldiger und ausgeglichener Hund
  • Yorkshire Terrier - aufgrund seiner geringen Größe ist er leichter zu halten
  • Shelties - diese Rasse wird schon seit längerem gern therapeutisch eingesetzt
  • Beagle - er soll eine besonders beruhigende Wirkung auf den Menschen haben.

 

Haustiere schützen vor Allergien

Mädchen mit Hund
Hunde – die Klassiker unter den Tierfreunden

Treuer Blick, kalte Schnauze und ein kuscheliges Fell: Hunde machen es Menschen leicht, eine tierische Freundschaft zu entwickeln.

Sobald Nachwuchs ins Haus steht, werden häufig Hunde und Katzen aus den eigenen vier Wänden verbannt, da viele Erwachsene immer noch der Meinung sind, dass Tierhaare der Allergieauslöser Nummer eins sind. Fakt ist jedoch, dass die allergieauslösende Wirkung von Tieren in der Vergangenheit oftmals überschätzt wurde. Allergologen gingen lange Zeit davon aus, dass bestimmte Eiweiße der Tiere – besonders Haare und Hautschuppen – bei Kindern allergische Reaktionen in Form von Bindehautentzündungen, Atemwegsbeschwerden bis hin zum Asthma auslösen. Daher wurde werdenden Eltern oft nahegelegt, sich von ihrem Haustier zu trennen, ehe der Nachwuchs auf die Welt kommt.

Neue Studienergebnisse aus den Vereinigten Staaten relativieren diese These zum Teil: Danach wird das Allergierisiko durch einen bereits im ersten Lebensjahr bestehenden Kind-Tier-Kontakt um bis zu 50 Prozent reduziert. Eine französische Studie belegt, dass Asthmapatienten, die als Kinder mit Haustieren aufgewachsen sind - besonders von frühester Kindheit an - erheblich seltener positiv auf Tierallergene reagieren. Vermutet wird, dass der frühe Kontakt des menschlichen Immunsystems mit dem potentiellen Allergieauslöser “Tier“ einer späteren Allergie tatsächlich vorbeugt.

 

Stärkung unseres Immunsystems

Der Kontakt mit Tieren verhilft unserer körperlichen Gesundheit auch auf indirekte Weise auf die Sprünge. Wer mit einem Hund lebt, egal ob in einem Haus mit Garten oder in einer 3-Zimmer-Wohnung, muss regelmäßig mindestens zweimal am Tag mit dem Vierbeiner spazieren gehen. Je nach Größe und Rasse sollte so ein Marsch zwischen einer halben und zweieinhalb Stunden dauern.

Ebenso förderlich kann Reiten im Freien sein. Die Bewegung an der frischen Luft in Harmonie mit dem Pferd nützt der Gesundheit und dem seelischen Gleichgewicht. Nicht von ungefähr spricht man vom “größten Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde“.

Die Bewegung mit dem vierbeinigen Liebling bei Wind und Wetter stärkt nicht nur Ihre Ausdauer, sie fördert auch die körpereigenen Abwehrkräfte für den unausweichlichen Angriff winterlicher Erkältungsviren und stärkt die allgemeine Fitness und die gute Laune.

 

Tiere als Therapeuten nach Traumata

Junge mit Delfin
Delfintherapie

Für Kinder können Delfine wirkungsvolle Therapeuten sein.

Tiere sind Medizin für die Seele des Menschen. Ob als Therapeut oder als Partner – die Wissenschaft entdeckt zunehmend positive Aspekte, die Tiere für Menschen und ihr seelisches Wohlbefinden haben können. Neben dem therapeutischen Reiten ist die wohl bekannteste tiergestützte Therapie diejenige, die auf die Unterstützung durch Delfine vertraut.

In allen Therapien mithilfe von Tieren geht es im Prinzip darum, durch verspielte und Vertrauen erweckende Lebewesen mit Flossen, Fell oder Flügeln Krankheiten und Behinderungen von Menschen zu lindern oder zu kurieren. Gerade kleine Patienten sprechen auf eine Delfintherapie sehr gut an. So wurden Kindern, die durch ein einschneidendes Ereignis stumm geworden waren, durch diese Therapie wieder erste Worte entlockt. Spastikern konnte zur Entkrampfung ihrer Gliedmaßen verholfen und Autisten ein größeres Wahrnehmungsfeld vermittelt werden.

Bei der Therapie mit Delfinen stellen ausgebildete Fachkräfte – Physio-, Sprach- und Ergotherapeuten – vom Schwimmbeckenrand aus dem Kind im Wasser verschiedene Aufgaben. Diese unterscheiden sich je nach Behinderung oder Krankheit des Kindes. Falsche Lösungen werden nicht beachtet, positive Ergebnisse jedoch gezielt gefördert. Als Belohnung für ihre Mitarbeit dürfen die Kinder mit den Delfinen spielen und ihnen Kommandos beibringen und mit ihnen spielerisch kommunizieren. Leider ist diese Delfintherapie nicht sehr preiswert. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenkasse nach der für Ihr Kind geeigneten Therapie und möglichen Adressen. Informieren Sie sich auch über den Kostenanteil, den Ihre Krankenkasse möglicherweise übernehmen würde.

 

Gesundheit durch Reiten

Reittherapie – auch Hippotherapie genannt – ist besonders hilfreich nach Schlaganfällen, bei Multiple-Sklerose-Patienten sowie für Spastiker und Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen. Auch bei lernbehinderten oder geistig behinderten Kindern hat sich das so genannte “Heilpädagogische Reiten und Voltigieren“ bewährt. Durch leichte bis schwere akrobatische Übungen auf dem Pferderücken - im Trab oder Galopp - werden Gleichgewicht und Koordination, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein geschult. So können auch Kinder mit Hyperaktivität oder Legasthenie mithilfe des Freundes Pferd gefördert werden.

 

Hunde und Katzen & Co.

Es muss ja nicht immer gleich eine kostspielige spezielle Therapie mit exotischen Tieren sein! Auch unsere ganz alltäglichen Haustiere haben einen positiven Effekt auf die menschliche Psyche und Gesundheit. Psychologen und Verhaltensforscher vermuten den Grund für dieses Phänomen darin, dass Menschen sich durch ihre Tiere angenommen und akzeptiert fühlen.

Die Bande zwischen Mensch und Tier bedürfen ihrer ganz eigenen, speziellen Art der Kommunikation. Wer eine Beziehung zu Tieren aufbaut, kommuniziert intuitiv in deren Sprache. Da diese Kommunikation hauptsächlich auf Körperkontakt und Körpersprache beruht, begibt sich auch Herrchen oder Frauchen auf eine tiefere Kommunikationsebene. Zudem machen sie die befreiende und wohltuende Erfahrung, dass es bei dieser Art der Kommunikation nicht zu Missverständnissen, unausgesprochenem Spott, Lügen oder gar Vorwürfen kommt.

Bekannt ist, dass Herzinfarkt-Patienten das erste Jahr nach dem Infarkt häufiger überleben, wenn sie ein Haustier besitzen, egal ob es sich dabei um Hund, Katze, Vogel, Hamster oder Fisch handelt.

 

Weg aus der Kriminalität

Tiere als Mittel gegen Gewalt? Ja! In den USA, in der Nähe von New York City, gibt es ein Internat (“Green Chimneys“), in dem etwa hundert Jugendliche, das nötige Personal und ca. 300 Tiere leben, darunter so exotische wie das Lama oder Leguane. Die Jugendlichen wurden meist zwangsweise hierher gebracht. Der Kontakt mit den Tieren soll ihnen helfen, aus der Spirale der Gewalt herauszukommen. Das pädagogische Prinzip scheint ganz banal: Die Tiere lehren die Kinder, dass sich die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Wärme stillen lässt, wenn auch sie bereit sind, dies in der Fürsorge für Tiere zu geben.

 

Hunde helfen Behinderten

Krebskrankes Kind mit Katze
Krebskrankes Kind mit junger Katze

Als Seelentröster sind Tiere kaum zu überbieten, nicht zuletzt, weil sie nicht mit Worten kommunizieren.

Auf unseren Straßen kann man sie ab und zu sehen: Blindenhunde, die ihre blinden Besitzer bei der Orientierung unterwegs unterstützen Sie führen sie sicher durch die Straßen und warnen vor nahenden Gefahren.

Es gibt auch speziell ausgebildete Behindertenhunde, die zum Beispiel Rollstuhlfahrern den Alltag erleichtern. Sie lernen, Licht an- und auszuschalten, Türen zu öffnen, Packungen aus dem Supermarktregal zu angeln und vieles, vieles mehr.

Behinderten- und Blindenhunde sind durch ihre ausgeprägten Fähigkeiten unersetzliche Begleiter und leisten einen großen Beitrag, um die Lebensqualität ihrer Besitzer zu steigern.

 

Senioren und ihre Tiere

Gerade ältere Menschen, die schon pensioniert sind und nicht mehr ihrer gewohnten - womöglich jahrzehntelang gleichen - Arbeit nachgehen können, werden leicht schwermütig. Besonders, wenn sie bereits ihren Lebenspartner verloren haben, fühlen sie sich häufig unnütz. Sie haben das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, und ziehen sich aus sozialen Kontakten zurück.

Ein Haustier kann ihnen helfen, wieder mehr Freude am Leben zu empfinden. Sie können sich um ein Wesen kümmern, das ihnen gleichzeitig Gesellschaft leistet und Wärme und Liebe entgegenbringt. Sie können sich mit ihrem Liebling sogar “unterhalten“. Alte Menschen mit Haustieren erfahren nachweislich eine höhere Lebensqualität, nehmen weniger Medikamente ein und bleiben lange aktiv.

 

Tiere als Seelentröster

Eine bemerkenswerte Idee hatte ein in New York lebender Amerikaner nach dem dramatischen Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Tief erschüttert von den vielen traumatisierten und schmerzverzerrten Gesichtern der unter Schock stehenden Menschen erinnerte er sich daran, wie gut es ihm schon einmal in einer Krisensituation getan hatte, einfach seine Hündin zu streicheln.

Er holte also seine Hündin und stellte sich mit einem Schild an die Straße, auf dem zu lesen war: “Wenn Sie Trost brauchen, streicheln Sie einfach über das Fell meiner Hündin - es wird Ihnen gut tun“. Auf den ersten Blick mag dieser Einfall etwas verrückt erscheinen, doch ist es kaum verwunderlich, dass erstaunlich viele Menschen, die von den Ereignissen dieses Tages wie gelähmt waren, das Angebot dankbar annahmen. Einige berichteten hinterher, wie viel Trost und Kraft sie erfuhren, als sie über das Fell streichelten und sich von der Hündin über die Hand oder die Nase schlecken ließen. Für Tier-Experten ist dies keineswegs verwunderlich – weiß man doch seit langem von der durchaus positiven Wirkung, die Tiere auf die menschliche Psyche hat.

aus der wissen.de-Redaktion
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