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Der Gesang der Ozeane: Wie Wale miteinander kommunizieren

Tief unter der Meeresoberfläche singen Wale ihre Lieder. Sie bestehen aus Klicklauten, Pfiffen und Gesängen, die sich über Distanzen von hunderten Kilometern ausbreiten. Für die Meeressäuger ist Schall das wichtigste Mittel, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Forschungen zeigen sogar, dass sich diese Laute je nach Region wie Dialekte unterscheiden können. Doch wie funktioniert diese Sprache im Ozean?
CMA, 21.01.2026
Buckelwal und mit Kalb

© lindsay_imagery, iStock

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Wale verständigen sich mit Lauten – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Sie nutzen Schall, um sich zu orientieren, Nahrung zu finden und den Kontakt zu anderen Tieren zu halten. Besonders für ihren Gesang bekannt sind Buckelwale, die zu den Bartenwalen gehören. Ihre Lieder sind so komplex, dass Forschende sie als eine Art Sprache beschreiben.

Buckelwal
Buckelwale produzieren ihren Gesang im Kehlkopf, der etwa auf Höhe der Brustflossen platziert ist.

© BaptisteLeBouil, iStock

Wie entstehen die Wallaute?

Wie diese riesigen Meeressäuger ihre Laute überhaupt erzeugen, war lange ein Rätsel. Erst kürzlich zeigte sich: Der Gesang entsteht in einem ungewöhnlich geformten Kehlkopf, in dem Luft ein großes Fettpolster in Schwingung versetzt und dadurch tiefe Töne erzeugt. Das hat ein Team um Coen Elemans von der Universität Süddänemarks 2024 herausgefunden.

Problematisch ist jedoch, dass die Laute der Bartenwale in einem Frequenzbereich liegen, der sich stark mit dem von Schiffen und anderen menschlichen Aktivitäten überschneidet. In vielen Regionen wird der Gesang dieser Meeressäuger daher vom zunehmenden Lärm im Meer überdeckt. „Wir brauchen strenge Vorschriften für diesen Lärm, denn diese Wale sind für ihre Kommunikation auf Schall angewiesen“, fordert Elemans.

Lebensraum des 52-Hertz-Wals
Lebensraum des 52-Hertz-Wals vor der Westküste der USA. Forscher vermuten, dass es sich um ein Tier mit einer Fehlbildung oder eine Hybride zwischen einem Blauwal und einer anderen Art wie dem Finnwal handelt.

Der einsamste Wal der Welt

Dass selbst kleine Abweichungen in der Frequenz große Auswirkungen auf die Kommunikation haben können, zeigt die Geschichte des „52-Hertz-Wals“. Dieses einzelne Tier sendet seit den 1980er-Jahren Rufe mit einer ungewöhnlich hohen Frequenz von etwa 52 Hertz aus. Zum Vergleich: Die meisten Bartenwale kommunizieren in einem Bereich zwischen etwa 10 und 40 Hertz.

Die Stimme des 52-Hertz-Wals liegt damit deutlich außerhalb des üblichen Spektrums seiner Artgenossen. Forschende vermuten, dass er deshalb kaum oder gar keine Antworten von anderen Walen erhält und möglicherweise allein durch die Ozeane zieht. Er wird deswegen auch der „einsamste Wal der Welt“ genannt. Warum der Wal diese besondere Frequenz nutzt, ist bis heute unklar. Möglicherweise handelt es sich um eine körperliche Besonderheit, eine Fehlbildung im Lauterzeugungsapparat oder um eine Kreuzung verschiedener Walarten.

Pottwal
Pottwale kommunizieren mittels Klicksequenzen und führen stundenlange "Diskussionen" in ihrem jeweiligen Dialekt.

© ShaneGross, thinkstock.com

Auch Orcas lernen Fremdsprachen

Aber auch andere Walarten sind begnadete „Sprachtalente“. Delfine etwa produzieren Klicklaute, Pfiffe und pulsierende Töne, während Pottwale, Schnabelwale und Schweinswale vor allem mit Klicks kommunizieren. Welche Laute ein Wal nutzt, hängt dabei nicht nur von der Art ab, verschiedene Familien haben sogar ihre eigenen Dialekte.

Orcas können dabei sogar "Fremdsprachen" lernen: Sie übernehmen die Laute von Delfinen. Das belegt eine Studie aus den USA zu drei Orcas, die über mehrere Jahre gemeinsam mit Delfinen gehalten wurden. Tonaufnahmen zeigen, dass die Orcas ihre Lautäußerungen im Laufe der Zeit veränderten: Sie produzierten zunehmend mehr Klicks und Pfeiftöne und näherten sich damit dem akustischen Repertoire ihrer Delfin-Gefährten an. Ein Tier produzierte sogar eine Zirp-Sequenz, die die Delfine lange vor Ankunft der Orcas von ihren menschlichen Betreuern gelernt hatten.

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