Lexikon

Bernstein

[
von mittelniederdeutsch bernen, „brennen“
]
Brennstein
fossiles Harz ausgestorbener Nadelbäume (Pinites succinifer Goepperts u. a.), dessen elektrostatische Eigenschaften schon im Altertum bekannt waren. Bernstein bildet rundliche geflossene oder getropfte Formen, oft mit Inklusen, d. h. Einschlüssen von Ameisen, Fliegen, Käfern u. Ä.; durchsichtig, honiggelb bis hyazinthrot-braun oder trübe weißlich, oft am selben Stück, mit geflammter Zeichnung; sizilianischer Bernstein ist blau fluoreszierend; Härte 2–21/2; Dichte 1–1,1 (daher oft im Meerwasser schwimmend); chemische Zusammensetzung: 73,7–78,6% C, 10–10,5% H, 10,5–16,2% O, 0,1–0,4% S. Bernstein enthält u. a. Bernsteinsäure, ätherisches Öl, zweierlei Harze; Schmelzpunkt 287° C; brennt mit heller Flamme und angenehmem Geruch. Bernstein findet sich in der Tertiär- und Pleistozänformation vieler Länder: Samlandküste (Bernsteinküste, „blaue Erde“), Kurland, Livland, Sizilien (Catania), Spanien. Er wird als Schmuck und technisch vielfach verwendet.
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