Lexikon

Feudalsmus

[
mittellateinisch feodum, feudum, „Lehen“
]

Die Lehnspyramide

An der Spitze des Herrschaftssystems stand der König. Unter diesem entfaltete sich das Lehnswesen in Gestalt eines mehrschichtigen Systems der Vasallität, d. h. von abhängigen Gefolgsleuten. Der König verlieh Grundbesitz an die Grundherren oder Kronvasallen (Herzöge, Grafen, Bischöfe) und übertrug ihnen dadurch die Verfügungsgewalt über Grund und Boden sowie die Herrschaft über alle darauf lebenden Menschen. Zugleich gewährte er ihnen Schutz. Dafür waren die Vasallen dem König zu Dienst und Treue verpflichtet.
Auf der nächsten Ebene bestanden vergleichbare Herrschafts- und Treuebeziehungen zu Rittern, Äbten, Beamten und Dienstmannen (Untervasallen). Das letzte Glied dieser Kette bildeten die Hörigen, d. h. die abhängigen bzw. leibeigenen Bauern und Knechte. Sie leisteten Frondienste, zahlten Naturalabgaben oder später auch Geld (Pachtzins) und waren zur Treue gegenüber ihrem Herrn verpflichtet, der seinerseits die Verantwortung für die Sicherung ihrer Existenz trug.
  1. Einleitung
  2. Gottgegebene Herrschaft
  3. Die Lehnspyramide
  4. Machtverteilung

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