Lexikon
Hongkong
chinesisch Xiang GangGeschichte
Nach dem Opiumkrieg musste China im Vertrag von Nanjing (1842) die kaum bewohnte Insel Hongkong, die eine wichtige Rolle im Opiumschmuggel nach China gespielt hatte, „für alle Zeiten“ an Großbritannien abtreten, im Vertrag von Tianjin (1860) erhielten die Briten außerdem Kowloon. 1898 erzwang Großbritannien zusätzlich die Verpachtung der „New Territories“ und weiterer kleinerer Inseln für 99 Jahre. Seit den 1920er Jahren entstanden unter der chinesischen Arbeiterschaft revolutionär-nationalistische Strömungen. 1941–1945 war Hongkong von Japan besetzt.
Nach der Errichtung der kommunistischen Herrschaft in China (1949) kamen viele Flüchtlinge nach Hongkong. Zur Bewältigung der Wohnraumnot wurde ein groß angelegtes Programm des Sozialwohnungsbaus verwirklicht (u. a. Errichtung von Satellitenstädten). Die Volksrepublik China erkannte die Kronkolonie und die Verträge mit Großbritannien nicht an, duldete aber lange den bestehenden Zustand, vor allem deshalb, weil sie über Hongkong große Teile ihres Außenhandels mit der westlichen Welt abwickeln konnte.
Aufgrund eines 1984 geschlossenen britisch-chinesischen Abkommens, auf das die Bevölkerung von Hongkong keinen Einfluss hatte, kehrte Hongkong am 1. 7. 1997 als Sonderverwaltungszone (Special Administrative Region) unter chinesische Souveränität zurück. China verpflichtete sich, das bestehende Wirtschafts-, Gesellschafts- und Rechtssystem in Hongkong noch 50 Jahre unverändert zu lassen. Nach der Rückgabe wurden jedoch die von der britischen Kolonialmacht eingeführten demokratischen Reformen aufgehoben und die bürgerlichen Freiheiten eingeschränkt. Streitigkeiten mit der Pekinger Führung über die politischen Rechte der Bevölkerung führten 2003/04 zu Massenprotesten. 2008 wurde Hongkong Austragungsort der Reitwettbewerbe der Olympischen Spiele.
Der Legislativrat, das Hongkonger Stadtparlament, wurde zuletzt 2012 gewählt. Regierungschef (Chief Executive) ist seit 2012 Leung Chun-ying (* 1954).
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