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LEXIKON

Magersucht

allgemein übermäßige Abmagerung infolge von Unter- oder Fehlernährung oder durch auszehrende Krankheiten; im engeren Sinne als Anorexia nervosa eine vor allem bei pubertären Mädchen und jungen Frauen zunehmend aber auch bei Jungen auftretende psychisch bedingte schwere Essstörung mit verzerrter Einstellung zur Nahrungsaufnahme. Infolge einer tief gestörten Wahrnehmung des eigenen Körpers und einer intensiven Angst vor vermeintlichem „Dickwerden“ führen die Betroffenen absichtlich einen gesundheitsschädigenden, u. U. sogar lebensbedrohlichen Gewichtsverlust herbei durch strenge Diät, häufig begleitet von intensiver sportlicher Betätigung, manchmal auch Einnahme von Appetitzüglern und Abführmitteln. Rd. 10 % der Betroffenen hungern sich zu Tode. Als Ursache werden Angst vor dem Erwachsenwerden, Konflikte in der Familie, aber auch ein übertriebenes gesellschaftlich vermitteltes Schlankheitsideal angenommen. Symptome sind massiver Gewichtsverlust (ab 15 % unterhalb des Normalgewichts spricht man von Magersucht), Ausbleiben der Monatsblutung, schwache Herz-Kreislauf-Aktivität, erniedrigte Körpertemperatur, Unterzuckerungen, Wachstumshemmung, Haarausfall, depressive Stimmungen und Konzentrationsmangel. Die Krankheit kann chronisch werden (bei ca. 25 % der Betroffenen). Die Heilungschancen sind größer, wenn eine Therapie frühzeitig begonnen wird, vielfach zunächst im Krankenhaus. Vordringliches Behandlungsziel ist eine Gewichtszunahme. Begleitend ist eine Psycho- und Familientherapie erforderlich, um die Ursachen aufzudecken und eine langfristige Gewichtsnormalisierung zu erreichen. Bulimie.
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