Lexikon
Mehrchörigkeit
[
-kœ-
]im weiteren Sinne eine Musizierpraxis, bei der zwei und mehr Chöre räumlich und nach Stimmen getrennt singen (zugleich oder abwechselnd). Nach biblischen Motiven entstand im frühen Mittelalter eine Tradition der Mehrchörigkeit, die durch das ganze Mittelalter hindurch anhielt (antiphonaler Gesang). Mehrchörigkeit im engeren Sinne bezeichnet venezianische Musizierpraktiken am Ende des 16. Jahrhunderts (A. Willaert, A. und G. Gabrieli, später auch C. Monteverdi), bei denen zusätzlich Instrumentalgruppen herangezogen wurden. Diese Form von Mehrchörigkeit beeinflusste die Entstehung von Sonate und Konzert. In Deutschland verbreitete sie sich durch H. L. Haßler, M. Praetorius und H. Schütz. Das Prinzip der Mehrchörigkeit wird auch noch in späteren Epochen angewandt, u. a. bei H. Berlioz (Te Deum, 1855) und G. Mahler (8. Symphonie, 1907).
Wissenschaft
Proteine im Blut verraten Alter unseres Gehirns
Wie schnell wir altern, ist individuell unterschiedlich. Im Alter steigt jedoch bei uns allen das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz. Neurobiologen haben nun 13 Proteine in unserem Blut identifiziert, die mit der Alterung unseres Gehirns in Verbindung stehen. Im Laufe des Lebens verändern sich demnach die...
Wissenschaft
Moderne Schatzsuche
Künstliche Intelligenz und Sensoren unterstützen Bergbauunternehmen beim Aufspüren und Erkunden von Erzvorkommen. von KLAUS JACOB Als im Jahr 1170 im Erzgebirge in der Gegend von Freiberg zufällig Silber gefunden wurde, tobte das erste „Berggeschrei“, eine Art Goldrausch. Bergleute, Händler, Köhler, Vagabunden – alle möglichen...