Lexikon
Nepal
Nepal seit den 1950er Jahren
Das Regime der Rana konnte 1951 mit indischer Hilfe beendet werden und Nepal wurde konstitutionelle Monarchie. König Mahendra Bir Bikram (1955–1972) löste 1960 das Parlament auf und beseitigte das Mehrparteiensystem. Nach blutigen Unruhen kehrte das Land mit der Verfassung von 1990 zur konstitutionellen Monarchie zurück.
1996 bildete sich die maoistische Guerillaorganisation Jana Yudha („Volkskrieg“), die den Staat mit Waffengewalt bekämpfte. 2001 fielen der seit 1972 regierende König Birendra und weitere Mitglieder der Königsfamilie einem Mordanschlag zum Opfer. Gyanendra, ein Bruder Birendras, wurde zum neuen König gekrönt. Die Auseinandersetzungen mit maoistischen Rebellen setzten sich fort.
2002 löste der König auf Antrag der Regierung das Parlament auf, 2005 setzte er das Kabinett ab und übernahm die alleinige Exekutivgewalt. Nach mehrwöchigen Protesten und Streiks musste der König 2006 der Wiedereinsetzung des Parlaments zustimmen. Girija Prasad Koirala wurde zum Premierminister berufen. Im selben Jahr konnte ein Friedensabkommen mit den maoistischen Rebellen geschlossen werden. 2007 trat eine Übergangsverfassung in Kraft, ein Übergangsparlament übernahm die Legislativgewalt. Die Funktion des Staatsoberhauptes ging auf Regierungschef Koirala über. Damit war der König endgültig entmachtet. Die Maoisten, die sich am demokratischen Transformationsprozess beteiligten, wurden unter Kontrolle einer Mission der Vereinten Nationen (United Nations Political Mission in Nepal, UNMIN) entwaffnet.
Am 10. April 2008 fanden Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung statt, bei der die Maoisten 220 der 601 Sitze gewannen. Die verfassunggebende Versammlung beschloss im Mai 2008 die Abschaffung der Monarchie. Im Juli 2008 wurde Ram Baran Yadav (NCP) zum ersten Präsidenten der Republik gewählt. Zum neuen Regierungschef wählte die verfassunggebende Versammlung den früheren Rebellenführer Prachanda (Pushpa Kamal Dahal). Der innenpolitische Friedensprozess geriet durch das ungelöste Problem der Integration der maoistischen Rebellen in die nepalesische Armee in eine schwere Krise. Nach dem gescheiterten Versuch, den Armeechef zu entlassen, trat Premierminister Dahal im Mai 2009 zurück. Nachfolger wurde Madhav Kumar Nepal, der frühere Generalsekretär der Kommunistischen Partei. Eine Stabilisierung der innenpolitischen Situation gelang dadurch nicht. Im Juli 2010 erklärte daher auch Madhav Kumar Nepal seinen Rücktritt als Regierungschef.
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