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LEXIKON

Pulp-Magazine

Pulps
nach dem englischen Wort „pulp“ als Bezeichnung für qualitativ minderwertiges Papier benannte US-amerikanische Billigmagazine („Groschenhefte“) der 1920er bis 1950er Jahre; in ihnen wurde populärer Lesestoff, der heute zur Trivialliteratur gezählt wird, abgedruckt: Liebes-, Ärzte-, Flieger-, Abenteurer-, Western-, Horror-, Kriminal-, Sciencefiction- und Fantasy-Geschichten. Figuren wie Zorro, Tarzan oder Conan der Barbar erschienen zunächst in den Pulps und fanden durch sie weite Verbreitung. Zu den berühmtesten Serienpublikationen dieser Art gehörten ab Mitte der 1920er Jahre die Amazing Stories. In den späten 1930er Jahren verdrängten dann zunehmend die aufkommenden Comic-Hefte die Pulp-Magazine, die aber bis in die 1950er Jahre hinein noch ihr Publikum fanden. Pulp-Magazine legten den stilistischen Grundstein für den modernen Realismus in der Literatur. Autoren wie Raymond Chandler, Dashiel Hammett, William S. Burroughs, Jack Kerouac oder Philip K. Dick veröffentlichten viele ihrer Stories und Romane zuerst in den Pulp-Magazinen. Hier hatten sie die Möglichkeit, unabhängig von Zensur und moralischen Konventionen solche Themen zu verarbeiten, die von der offiziellen Literaturkritik als Schund bezeichnet wurden, aber die Gesellschaft beschäftigten: Gewalt, Kriminalität, Sexualität, Drogen und Rassismus.
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