Lexikon
Schröder
Gerhard, deutscher Politiker (SPD), * 7. 4. 1944 Mossenberg; Jurist; seit 1963 Mitglied der SPD, 1978–1980 Vorsitzender der Jungsozialisten, 1980–1986 und 1998–2005 MdB, 1986–1990 Vorsitzender der SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag, 1990–1998 Ministerpräsident von Niedersachsen, 1994–1998 dort auch SPD-Landesvorsitzender; 1998–2005 Bundeskanzler; 1999–2004 SPD-Vorsitzender.
S. konzentrierte sich in seiner ersten Amtszeit als Bundeskanzler an der Spitze einer rot-grünen Koalitionsregierung auf Reformen in den Bereichen Steuern und Renten. Außenpolitisch stand zunächst die Beteiligung am NATO-Einsatz im Kosovo im Mittelpunkt. Nach den Anschlägen des 11. 9. 2001 stellte sich die Regierung Schröder im Kampf gegen den internationalen Terrorismus auf die Seite der USA (u. a. Engagement in Afghanistan).
Die von Schröder geführte Koalition konnte sich bei den Bundestagswahlen 2002 mit knapper Mehrheit behaupten. Wegen der ablehnenden Haltung Schröders zu einem Militäreinsatz im Irak-Krieg kam es zu Spannungen mit den USA und deren europäischen Bündnispartnern. Mit dem Ziel der Reduzierung der Arbeitslosenzahlen forcierte die Regierung Schröder die Reform der sozialen Sicherungssysteme (Agenda 2010), was zu Konflikten innerhalb der SPD führte. 2004 verzichtete Schröder auf den Parteivorsitz. Das Ringen um die EU-Verfassung sowie das Streben nach einem Sitz im UN-Sicherheitsrat dominierten die Außenpolitik. Nach der SPD-Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen 2005 stellte Schröder im Bundestag die Vertrauensfrage, um mit deren Scheitern Neuwahlen zu erreichen. Bei diesen Wahlen verlor die rot-grüne Koalition die Regierungsmehrheit. Damit endete auch die Kanzlerschaft Schröders. 2006 wurde er Verwaltungsratspräsident der Nordeuropäischen Gas-Pipeline AG. - Erinnerungen: „Entscheidungen. Mein Leben in der Politik“ 2006.
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