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LEXIKON

Schumachers Absage an die Kommunisten

Schumachers Absage an die Kommunisten
Gleich zu Beginn der Neuformierung der politischen Kräfte nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus grenzte Kurt Schumacher die SPD scharf von den Kommunisten ab (Auszug aus einer programmatischen Rede am 5. 10. 1945):

Im Sinne der deutschen Politik ist die Kommunistische Partei überflüssig. Ihr Lehrgebäude ist zertrümmert, ihre Linie durch die Geschichte widerlegt. Nachdem ihre Hoffnung, sich als führende Arbeiterpartei zu etablieren und zur einzigen Arbeiterpartei entwickeln zu können, von den Tatsachen so völlig unmöglich gemacht wird, muss sie nach dem großen Blutspender suchen. Das Rezept ist die Einheitspartei, die einen Versuch darstellt, der Sozialdemokratischen Partei eine kommunistische Führung aufzuzwingen. Eine sozialdemokratische Partei unter kommunistischer Führung wäre aber eine kommunistische Partei.
International wäre jeder Schritt auf diesem Wege eine außenpolitische Parteinahme und würde eine Gleichgewichtsstörung von deutscher Seite bedeuten...
Nachdem die Kommunisten in den entscheidenden Perioden der Etablierung der [Weimarer] Republik und des Kampfes mit dem Faschismus die Situation grundlegend verkannt haben, wäre es falsch, ihren Führungsanspruch in dieser Periode des Kampfes um das nackte Leben anzuerkennen.
Daran ändert nichts, dass die KPD aus ihrer Feindschaft gegen die Koalitionspolitik jetzt in eine förmliche Koalierungswut verfallen ist und sich mit allem und jedem verbrüdern möchte. Das geht so weit, dass in dem Aufruf der KPD vom 11. 6. 1945 nicht einmal die Worte Klassenkamp und Arbeiterklasse zu finden sind ... Eine Partei ist aber nicht so demokratisch, wie die Worte ihres Programms behaupten, sondern nur so demokratisch, wie ihre Grundideen und ihr Aufbau. Und die sind nach wie vor diktatorisch.
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