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LEXIKON

Wohlfahrtsstaat

eine Kennzeichnung, die sowohl auf eine historische als auch auf die gegenwärtige Erscheinungsform des Staates bezogen wird. Mit der historischen Erscheinungsform ist der Patriarchalstaat des 17. und 18. Jahrhunderts gemeint. Unter Wohlfahrt wird das „allgemeine Wohl“ verstanden, das die Betonung der ständischen Privilegien einschloss. Es handelt sich also um den landesväterlichen Polizeistaat des aufgeklärten Absolutismus.
Auf den modernen Staat angewendet, hat die Bezeichnung Wohlfahrtsstaat oft einen polemischen Inhalt. Gemeint ist damit, dass der Staat sich zu leicht bereit gefunden habe, das Lebensrisiko dem Einzelnen weitgehend abzunehmen und auf die Allgemeinheit zu verlagern (z. B. Ausdehnung der Zwangsversicherungen). Im Grunde geht es bei dieser Kritik um die Grenzen des Sozialstaats.
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