Lexikon
Conservative and Unionist Party
Conservative Party; Konservative Parteibritische politische Partei, Nachfolgerin der Tories. Die Konservativen stellten sich unter Sir Robert Peel auf den Boden der neuen Ordnung u. profilierten sich als Partei der pragmatischen Reformpolitik. Hieran anknüpfend schuf B. Disraeli seit 1867 mit der Wendung zur Tory-Demokratie u. zu einer massenwirksamen imperialistischen Politik die Voraussetzung für das Überleben der Partei im Zeitalter der Wahlrechtserweiterungen u. der Massendemokratie. Auch im 20. Jahrhundert gelang es ihr wiederholt, auf längere Zeit die Regierung zu stellen (1922/23, 1924–1929, 1931–1940, 1951–1963, 1970–1974 und 1979 bis 1997) oder in Koalitionsregierungen (1915–1922, 1940–1945) Einfluss auf die britische Politik zu nehmen. In der Vorstellung, Reformen besser durchführen zu können als die Liberalen oder Labour, und aus wahltaktischen Erwägungen haben konservative Regierungen in der Zeit zwischen den Weltkriegen Schrittmacherdienste für den Wohlfahrtsstaat geleistet und nach dem 2. Weltkrieg die sozialpolitischen Maßnahmen des Kabinetts Attlee beibehalten. Das Schlagwort Butskellism, das die Namen der Schatzkanzler R. A. Butler (konservativ) und H. T. Gaitskell (Labour) zusammenfügt, erfasste diese die 1950er Jahre kennzeichnende Übereinstimmung. Sie bestand auch noch in den 1960er Jahren. Seit Mitte der 1970er Jahre strukturierte M. Thatcher die Politik der Partei um. Marktwirtschafliches Leistungsdenken erhielt erste Priorität, bis M. Thatcher 1990 das Vertrauen der Partei verlor. 1997–2010 befanden sich die Konservativen in der Opposition. Seit 2010 bilden sie gemeinsam mit den Liberal Democrats die Regierung.
In ihrem organisatorischen Aufbau ist die Konservative Partei noch immer von dem Nebeneinander von Fraktionspartei und Wählerparteiorganisationen gekennzeichnet; das politische Schwergewicht liegt beim Parteiführer (1990–1997 J. Major, 1997–2001 W. Hague, 2001–2003 I. Duncan Smith, 2003–2005 M. Howard, seit 2005 David Cameron), dem der Parteiapparat zugeordnet ist, und bei der Fraktion im Unterhaus.
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