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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Hase

der Name des Nagetiers lässt sich über
mhd.
has(e) auf
ahd.
has(o) zurückführen und ist eine Substantivierung des
idg.
Adjektivs *kaso „grau“; das Tier wurde also als „der Graue“ bezeichnet; das Wort ist wahrscheinlich eine tabuisierende Bezeichnung, da der Hase bei frühen Völkern als dämonisches Tier galt, dessen Name nicht genannt werden sollte; die Zusammensetzung
Hasenfuß
„ängstlicher Mensch“ bezieht sich auf die Furchtsamkeit der Tiere und deren Eigenschaft, schnell davonzulaufen; der Hasenfuß ist also eine parsprototo Bezeichnung, die das Weglaufen des Hasen darstellen soll; das Kompositum
Hasenscharte
stammt aus dem 14. Jh. und bezeichnet eine gespaltene Oberlippe, die der des Hasen sehr ähnlich sieht; vergleichbare Bezeichnungen finden sich sowohl in germanischen wie außergermanischen Sprachen
[Info]
Hase
In vielen sprachlichen Bildern tauchen Tiere auf der Hase ist dabei eines der am häufigsten vorkommenden Geschöpfe. Statt „Feigling“ gebraucht man mal das Wort Angsthase, mal spricht man vom Hasenfuß, was auf die schnellen Beine des weglaufenden Hasen anspielt und dem so Titulierten unterstellt, er sei so furchtsam, dass er im Falle von Komplikationen gleich die Flucht ergreife. Anders als beim in der Leichtathletik für den „Schrittmacher“ verwendeten Wort Hase steht hier nicht die reine Schnelligkeit im Vordergrund, sondern das schnelle Reißausnehmen. Im 14. Jahrhundert jedoch war ein Hasenfuß nicht mehr und nicht weniger als ein „schneller Läufer“. Die Wendung da liegt der Hase im Pfeffer „genau darauf kommt es an“ meint demgegenüber den bereits nicht mehr zum Weglaufen fähigen, toten Hasen. Eigentlich ist mit Pfeffer eine beliebte Pfeffersoße gemeint. Seit dem 13. Jahrhundert belegt, bedeutete die Wendung zunächst wohl so viel wie „die Sache ist verloren, da ist nichts mehr zu machen“. Die heutige Bedeutung könnte dadurch entstanden sein, dass man zwei Redensarten vermischte, nämlich wissen, wo der Hase liegt „wissen, was zu tun ist“ und der Hase liegt in jemandes Pfeffer „das, was dem einen gehörte, hat ein anderer erbeutet und labt sich daran“, miteinander vermengte. Erst seit dem 17. Jahrhundert ist belegt, dass die Wendung da liegt der Hase im Pfeffer wie da liegt der Hund begraben verwendet wird.
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