Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Schock:
Das Wort hat zwei unterschiedliche Bedeutungen, die auch verschieden herzuleiten sind. Ursprünglich war
Schock
der Ausdruck für „60 Stück“, gelegentlich wurde das Wort auch im Sinn von „große Menge“ verwendet. Wurzel ist in diesem Fall das mittelhochdeutsche
schoc,
das einen Haufen von 60 Garben bezeichnete. Dazu gab es das Verb
schocken
für „(Heu) in Haufen setzen“.
Schock,
wie er heute geläufig ist, nämlich im Sinn von „Erschütterung“, leitet sich dagegen von dem französischen Wort
choc
für „(physischer) Schlag“, „Stoß“ her und wurde im 18. Jahrhundert ins Deutsche übernommen. Wurzel ist hier möglicherweise das mittelniederländische
schocken
„stoßen“. In der Medizin wird
Schock,
etwa in dem Begriff
Elektroschock,
tatsächlich noch im wörtlichen Sinn eines körperlichen Schlags verwendet. Darauf basiert die
Schockbehandlung
. Ansonsten wird das Wort heute zumeist im übertragenen Sinn einer seelischen Erschütterung gebraucht. Wer
schockiert
ist, dem wurde also in der Regel kein körperlicher Schlag versetzt, sondern der ist erschreckt oder bestürzt.
Schocker
nennt man einen Grusel oder Horrorfilm. Als
Kulturschock
bezeichnet man das Erschrecken über eine fremde, andersartige Kultur, das beim unmittelbaren Kontakt mit dieser eintreten kann. Dem Englischen entlehnt ist der sowohl in der ursprünglichen Schreibweise
shocking
, als auch in der eingedeutschten Version
schocking
anzutreffende Ausruf, mit dem auf etwas reagiert wird, das nicht den Konventionen entspricht.
Drohnen-Team beim Transport eines Paketes
Wissenschaft

Teamwork bei Drohnen

Drohnen können Lasten in schwer zugängliche Gebiete transportieren, dabei jeweils einzeln jedoch nur wenig Gewicht tragen. Die Zusammenarbeit mehrerer Drohnen gestaltet sich allerdings schwierig, denn die autonomen Flugobjekte müssen sich dabei sowohl untereinander koordinieren, als auch auf Veränderungen in ihrer Umgebung...

KI-Empathie
Wissenschaft

Lieber menschliche als künstliche Empathie

Chatbots können uns den Eindruck vermitteln, sie würden unsere Gefühle verstehen und empathisch darauf eingehen. Dabei wirken die Texte oft so authentisch, dass kein Unterschied mehr zu einem menschlichen Kommunikationspartner festzustellen ist. Und doch: Allein das Wissen, dass man mit einer künstlichen Intelligenz kommuniziert...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon