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WAHRIG SYNONYMWöRTERBUCH

Rückstand, Fragment und andere Reste

Der Rest ist zunächst in der Kaufmannssprache das, was zurückbleibt, also Überbleibsel, Übriggebliebenes oder Übrigbleibendes. Der Restbestand oder Restposten einer Ware wird meist verbilligt abgegeben. Als Restwert bezeichnet man in einer Bilanz den Wert eines Gegenstands, der der Abschreibung unterliegt. Rückstand oder gehoben Residuum nennt man den unbezahlten Restbetrag einer Rechnung oder auch den Stoff, der beim Filtern zurückbleibt, das heißt, den Bodensatz. Neige ist der Rest Flüssigkeit in einer Flasche oder einem Glas. Unter einem Fragment versteht man den übriggebliebenen Teil eines Ganzen, so zum Beispiel das Bruchstück eines Kunstwerks.
Rudiment wird ebenfalls in diesem Sinn gebraucht und steht darüber hinaus in der Biologie für ein verkümmertes Organ. Die Konnotation von qualitativ Minderwertigem oder Elendem, die häufig bei Rest mitschwingt, wird besonders in der umgangssprachlichen Wendung jemandem den Rest geben deutlich. Sie bedeutet je nach Zusammenhang »jemanden ruinieren«, »jemanden ans Ende seiner Nervenkraft bringen« oder »jemandem den Gnadenstoß geben«.
Sich den Rest holen bedeutet, einen leichten Krankheitszustand so zu verschlimmern, dass die Krankheit voll zum Ausbruch kommt. Der Rest vom Schützenfest ist eine Umschreibung für den allerletzten Rest. Um den negativen Beigeschmack von Rest zu vermeiden, spricht man auch von Überresten. Die irdischen/sterblichen Überreste ist eine verhüllende Bezeichnung für eine Leiche. Die letzten Worte von Shakespeares Hamlet, Der Rest ist Schweigen, werden auch als gehobener Ausdruck im Sinn von »Darüber spricht man besser nicht« gebraucht.
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