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LEXIKON

Kolmbus

Columbus, Christoph(er), italienisch Cristoforo Colombo, spanisch Cristóbal Colón
Kolumbus, Christoph
Christoph Kolumbus
Entdeckungsgeschichte bis um 1500
Entdeckungsgeschichte bis um 1500
genuesischer Seefahrer in spanischen Diensten, gilt als Entdecker Amerikas (nach den Wikingern um 1000 n. Chr.), * zwischen 26. 8. und 31. 10. 1451 Genua,  21. 5. 1506 Valladolid.
Kolumbus legte als Entdecker Amerikas (1492) nicht nur den Grundstein für die spanische Kolonisation Mittel- u. Südamerikas, sondern schuf auch die Voraussetzung für die Europäisierung der Welt und die Ausweitung der internationalen Handelsbeziehungen. Er brachte zwar nicht die vom spanischen Hof erhofften Schätze aus der Neuen Welt und fand auch nicht den Seeweg nach Indien, er veränderte aber durch seine Entdeckungen das Weltbild und längerfristig den Verlauf der Weltgeschichte.

Kolumbus Indienpläne

Bereits seit früher Jugend bereiste Kolumbus die Meere. Angeregt durch den florentinischen Astronomen P. Toscanelli (* 1397, 1482) verfolgte er den Plan, über den Atlantik den westlichen Seeweg nach Indien zu finden, da die für den Orienthandel so wichtige Landverbindung zwischen Europa und Indien vom Osmanischen Reich blockiert war. Nachdem er den portugiesischen König Johann II. nicht für seinen Plan gewinnen konnte, siedelte er 1485 nach Spanien über und fand dort die Unterstützung Isabellas von Kastilien, die die Finanzierung der Reise übernahm.

Die vier Reisen

Mit den drei Schiffen Niña, Pinta, Santa Maria stach Kolumbus am 3. 8. 1492 von der südspanischen Hafenstadt Palos aus zu seiner ersten Reise (1492/93) in See und entdeckte am 12. 10. 1492 die Bahama-Insel Guanahani sowie Kuba und Hispaniola, wo er die erste europäische Kolonie in der „Neuen Welt“ gründete. Bei seiner Rückkehr in Sevilla wurde Kolumbus begeistert empfangen. Aufgrund seiner Erzählungen und der Hoffnung auf großen Reichtum wurde eine zweite Expedition (14931496) mit 17 Schiffen und rund 1500 Mann ausgesandt. Kolumbus erreichte die Kleinen Antillen und entdeckte Dominica, Guadeloupe, Antigua, Puerto Rico und Jamaika. Auf der dritten Reise (14981500) entdeckte Kolumbus die Orinocomündung (damit Südamerika) und Trinidad. Nach Konflikten mit Siedlern in Santo Domingo auf Hispaniola wurde Kolumbus von einem Abgesandten des spanischen Königshauses verhaftet und in Ketten nach Spanien zurückgebracht, wo er am Hof in Ungnade fiel. Nach seiner Rehabilitierung unternahm er auf der Suche nach dem indischen Festland eine vierte Reise (15021504), die ihn nach Mittelamerika an die Küste des heutigen Honduras führte; er erlitt an der Küste Jamaikas Schiffbruch und kehrte krank nach Spanien zurück, wo er 1506 starb überzeugt, den westlichen Seeweg nach Indien gefunden zu haben (daher „Westindien“ für das entdeckte Gebiet und „Indianer“ für dessen Bewohner).
Entdeckung Amerikas
Entdeckung Amerikas
Christoph Kolumbus beschreibt in seinem Logbuch die Entdeckung San Salvadors 1492 und seine Eindrücke von den dort lebenden Menschen, die er fälschlicherweise für Inder hält. Bis zu seinem Tod glaubt er, den westlichen Seeweg nach Indien gefunden zu haben:

Da die Karavelle Pinta schneller war als die anderen beiden Schiffe und mit vorgefahren war, so entdeckte man an Bord der Pinta zuerst das Land und gab auch die angeordneten Signale. Als erster erspähte dieses Land ein Matrose, der Rodrigo da Triana hieß, wiewohl ich um 10 Uhr nachts vo Aufbau des Hinterschiffes aus ein Licht bemerkt hatte... Nachdem ich meine Beobachtung gemeldet hatte, sah man das Licht noch ein-, zweimal aufscheinen...

Um zwei Uhr morgens kam das Land in Sicht, von dem wir etwa acht Seemeilen entfernt waren. Wir holten alle Segel ein ... und warteten bis zum Anbruch des Tages, der ein Freitag war, an welchem wir zu einer Insel gelangten, die in der Indianersprache Guanahaní heißt. Dort erblickten wir allsogleich nackte Eingeborene. Ich begab mich ... an Bord eines mit Waffen versehenen Bootes an Land. Dort entfaltete ich die königliche Flagge. Ich rief die beiden Kapitäne, und auch all die anderen, die an Land gegangen waren ..., zu mir und sagte ihnen, durch ihre persönliche Gegenwart als Augenzeugen davon Kenntnis zu nehmen, dass ich im Namen des Königs und der Königin, meiner Herren, von der genannten Insel Besitz ergreife ... Sofort sammelten sich an jener Stelle zahlreiche Eingeborene der Insel an. In der Erkenntnis, dass es sich um Leute handle, die man weit besser durch Liebe als mit dem Schwerte retten und zu unserem heiligen Glauben bekehren könne, gedachte ich sie mir zu Freunden zu machen und schenkte also einigen unter ihnen rote Kappen und Halsketten aus Glas und noch andere Kleinigkeiten von geringem Werte, worüber sie sich freuten.
Nackt, feige und arbeitsam
Nackt, feige und arbeitsam
Ins Tagebuch seiner ersten Erkundungsfahrt nach Indien, die ihn nach Amerika führen sollte, notierte Kolumbus für seine Auftraggeber, König Ferdinand II. und Königin Isabella I.

Eure Hoheiten können versichert sein, dass diese Länder, insbesondere die Spanische Insel (Haiti), dermaßen schön und fruchtbar sind, dass man es unmöglich mit Worten schildern kann.
Diese Insel wie auch alle anderen Inseln gehören zum Besitz eurer Hoheiten, genauso wie Kastilien.
Um die Herrschaft auszuüben, braucht man sich hier nur niederzulassen und den Eingeborenen aufzugeben, allen Befehlen nachzukommen.
Tatsächlich kann ich mit den wenigen Männern meiner Begleitung alle diese Inseln durchstreifen, ohne befürchten zu müssen, dass mir irgendetwas zustoße.
Ich habe feststellen können, dass allein drei meiner an Land gegangenen Matrosen nur durch ihr Auftreten einen ganzen Haufen Eingeborener in die Flucht geschlagen hatten, obwohl sie ihnen nichts anzutun beabsichtigten. Sie besitzen keine Waffen, sind unkriegerisch, harmlos, nackt und so feige, dass tausend von ihnen drei meiner Leute nicht an sich herankommen lassen würden. Dafür sind sie bereit, zu gehorchen, zu arbeiten und alles Nötige zu vollführen. Mithin wäre es angezeigt, sie dazu zu verwenden, Städte und Ortschaften zu errichten, und ihnen unsere Kleidung und Gebräuche beizubringen.
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