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Vertreibung aus Polen und dem Sudetenland

Als Hitler und Stalin 1939 Polen untereinander aufgeteilt hatten, waren große Gebiete Ostpolens an die Sowjetunion gefallen. Die dortige polnische Bevölkerung hatte es trotz der deutschen Besatzungsgräuel zum großen Teil vorgezogen, nach Kernpolen auszuweichen. Andere waren von den Russen vertrieben worden. Diese Vertreibung zog nun 1945 eine weitere nach sich, auf die sich die Alliierten im Prinzip schon auf den Konferenzen in Teheran (Dezember 1943) und in Jalta (Februar 1945) in groben Zügen verständigt hatten.

Deutsche müssen “neues“ Polen verlassen
Jetzt nämlich wollte Stalin das gewonnene polnische Gebiet nicht wieder herausgeben und hatte daher für das neu zu schaffende Polen Kompensationen zu Lasten Deutschlands gefordert. Das bedeutete, dass die deutsche Bevölkerung weichen musste. Die Genehmigung zu ihrer Aussiedlung erhielt Moskau definitiv im August 1945, also Monate nach der deutschen Kapitulation. Doch so lange wollte Stalin nicht warten. Er ermutigte die Polen schon früh, sich den Besitz der rechtlos gewordenen Schlesier, Pommern und Ostpreußen anzueignen, und sorgte durch Schikanen der Besatzer dafür, dass viele Deutsche mehr oder minder „freiwillig“ gingen. Auch nach Kriegsende kamen bei der Ausweisung immer noch zahllose Menschen zu Tode. In den für die Deutschen eingerichteten Auffang- und Durchgangslagern waren die Insassen oft schweren Misshandlungen ausgesetzt; Rache für persönlich Erlittenes tobte sich an anonymen Opfern aus. Nicht genug, dass ihnen ihre Heimat genommen wurde, sie verloren auch fast alle Habe; ihre Menschende galt nichts.

Vertreibung der Sudetendeutschen
Stalin nahm sich hier ein Beispiel an der Tschechoslowakei, wo die Vertreibung der Sudetendeutschen sofort mit Kriegsende eingesetzt hatte. Die Begleitumstände waren fast grauenhafter als bei den Fluchten aus den Ostgebieten. Den Deutschen wurden zuweilen nur Minuten zum Kofferpacken und so gut wie keine wertvolleren Besitztümer gelassen. Sie wurden wie Vieh zusammengetrieben, unterwegs misshandelt und in großer Zahl zu Tode geschunden. Gewiss, die Nazi-Besatzer hatten nicht milder gehaust, doch die Rache traf hier nicht die Täter, sondern Unschuldige, wenn sie vielleicht auch mehr oder weniger zustimmende Nutznießer der deutschen Herrschaft gewesen waren.

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