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Seit 50 Jahren tötet ETA ...

für ein unabhängiges Baskenland, das keiner mehr will

Carlos Sáenz de Tejada aus Burgos ist gerade einmal 28, Diego Salva Lezaun aus Pamplona ist ein Jahr jünger, als sie im Juli 2009 auf Mallorca eine Autobombe der ETA tötet. Die Männer gerieten ins Visier der baskischen Terrororganisation einzig, weil sie als Polizisten der Guardia Civil den verhassten spanischen Nationalstaat repräsentieren, gegen den ETA seit fünf Jahrzehnten mit Bombenterror und gezielten Attentaten kämpft. Am 30. Juli 2009, dem 50. Jahrestag ihrer Gründung, hat ETA 823 Menschen ermordet. Das Ziel, das die größte Terrororganisation Westeuropas mit den blutigen Anschlägen erreichen will, ist stets dasselbe geblieben: ein unabhängiges Baskenland. Ein Ziel, das im zusammenwachsenden Europa immer obsoleter wird. Für das zu morden sich für ETA jedoch immer noch zu lohnen scheint. Ein Rückblick auf 50 Jahre Terror.

Die ETA - im Namen der Freiheit gegründet

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Protest gegen ETA

Die Demonstrationen gegen die ETA werden im Laufe der Jahre immer mehr. Je mehr Attentate geschehen, desto mehr verlieren die Terroristen an Rückhalt, sowohl in der spanischen als auch in der baskischen.

Als eine Gruppe nationalistischer Studenten aus Bilbao am 31. Juli 1959 die Organisation "Euskadi Ta Askatasuna" gründet, geht es ihnen darum, gegen die Unterdrückung durch das Franco-Regime zu kämpfen. "Das Baskenland und seine Freiheit" bedeutet der Name übersetzt. Doch stehen die Initialien ETA heute längst nicht mehr für den Widerstand gegen eine Diktatur, sondern nur noch für Gewalt und Terror. Während ETA in den Anfangsjahren als Verfechterin eines unter Francisco Franco in die Illegalität abgedrängten baskischen Nationalismus mit Sympathien im In- und Ausland rechnen konnte, gelten die ETA-Anhänger inzwischen als ewig Gestrige. Denn noch immer töten sie für ein unabhängiges Baskenland, das kaum noch ein Baske will.

Zumal von den 2,1 Millionen Einwohnern des "País Vasco" nur 600.000 Basken sind. Und mögen die meisten von ihnen auch mit einem gesunden Nationalstolz ausgestattet sein, so streben sie noch lange keine Abkehr vom spanischen Staat an. Die Forderung der Terroristen nach Unabhängigkeit erscheint umso absurder, bedenkt man, dass nur die Provinzen Vizcaya, Guipuzcoa und Álava sowie die Autonome Region Navarra zu Spanien gehören, die Provinzen Soule, Basse-Navarre und Labourd jedoch auf französischem Gebiet liegen.

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von Susanne Dreisbach, wissen.de
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