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Der "Kaiser" auch als Trainer auf dem Thron

In Rom erkämpfte sich die deutsche Fußballnationalmannschaft mit einem 1:0-Sieg gegen Argentinien nach 1954 und 1974 die dritte Fußball-Weltmeisterschaft. Gastgeber Italien scheiterte bereits im Halbfinale.

Strafstoß führt zum Sieg

Höhepunkt eines schwachen Endspiels, in dem die deutsche Nationalmannschaft ihre spielerische Überlegenheit zunächst nicht in Tore umsetzen konnte, war ein umstrittener Elfmeter in der 85. Minute. Der argentinische Abwehrspieler Sensini soll den deutschen Mittelstürmer Rudi Völler nach einem Steilpass von Lothar Matthäus im Strafraum zu Fall gebracht haben. Die Zeitlupe konnte allerdings eine Einwirkung des Gegners nicht belegen. Vor 73.000 Zuschauern verwandelte Andreas Brehme den Strafstoß sicher zum alles entscheidenden Siegtreffer. Argentiniens Superstar Diego Maradona konnte die Niederlage seines Teams nicht mehr verhindern, war allerdings auch weit von seiner Bestform entfernt. Trotz des zweifelhaft zustande gekommenen Finalsiegs waren sich die Fachleute einig: Deutschland hatte sich den Titel durch konstante Leistungen über das gesamte Turnier verdient. Rechnet man zu den drei gewonnenen Weltmeistertiteln noch die Vizeweltmeisterschaften von 1966, 1982 und 1986 hinzu, so war die DFB-Auswahl nunmehr die erfolgreichste Mannschaft der 60-jährigen WM-Geschichte.

Unvergessen blieb eine Szene unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Allein, die Hände in den Hosentaschen und ganz in sich versunken, spazierte Teamchef Franz Beckenbauer über den Rasen und genoss still seinen Triumph. Nur ihm und dem Brasilianer Mario Zagallo war es bis dahin gelungen, als Spieler (1974) und als Trainer Weltmeister zu werden.

Das deutsche Team erwies sich während der 14. Fußballweltmeisterschaft als kampfstärkste Mannschaft des Turniers. Spielerische Akzente setzte sie in der Vorrunde beim 4:1 gegen Jugoslawien und beim 2:1 gegen Europameister Niederlande im Achtelfinale. Für einen Skandal sorgte der Niederländer Frank Rijkhaard, der Rudi Völler nach einem Zweikampf und einem Wortgefecht bespuckte. Beide Spieler schickte der Unparteiische umgehend vom Platz. Es folgte ein 1:0-Sieg im Viertelfinale gegen die Tschechoslowakei, ehe im Halbfinale England wartete. In einem Fußballkrimi behielten die Deutschen im Elfmeterschießen mit 5:4 (1:1 n.V.) die Oberhand.

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