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Elvis Presley: Der Rock 'n' Roll-Superstar
Was waren Elvis' erste musikalische Gehversuche?
Am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn stand Elvis' Mutter Gladys, die sich aufopfernd um den Jungen kümmerte. Am 8. Januar 1935 in East Tupelo, Mississippi, geboren, wuchs er zum kleinbürgerlich geprägten, typisch amerikanischen Teenager heran. 1953 machte Elvis einen Schritt, der seine Zukunft bestimmen sollte. Er nahm im Studio von Sun Records in Memphis den Song »My Happiness« als Geburtstagsständchen für seine Mutter auf. Nach zähen Verhandlungen erhielt er von derselben Plattenfirma einen Vertrag. Im Frühjahr 1954 kam er mit Liedern wie »Blue Moon Of Kentucky« von Bill Monroe zu lokaler Berühmtheit. Er landete im August 1955 mit »I Forgot to Remember to Forget« sogar an der Spitze der Country-Charts, was ihm zum Vertrag bei der Plattenfirma RCA verhalf. Das war der Startschuss für die Weltkarriere. Im März 1956 sprang »Heartbreak Hotel« über Nacht auf Platz eins der amerikanischen Hitparade. Die Single verkaufte sich in kurzer Zeit eineinhalbmillionenmal.
Was machte Elvis zu einem Teenageridol?
Der Milchbart Presley riss mit zweideutigem Hüftkreisen, gestöhntem Gesang und neuem, mitreißendem Sound viele junge Leute aus dem prüden Dornröschenschlaf der McCarthy-Ära. Seine anzüglichen Bühnenshows ließ zahlreiche Eltern um die Keuschheit ihrer Kinder bangen ließ.
Mit seinem Manager »Colonel« Tom Parker gelang ihm die nahezu pausenlose Präsenz an der Spitze der Hitparaden (»I Want You«, 1956; »Hound Dog«, 1956; »Love Me Tender«, 1956; »Too Much«, 1957; »All Shook Up«, 1957; »Loving You«, 1957). Sogar seine Militärzeit in Deutschland (1958–1960) wurde zum Medienereignis. Mit Filmen wurde eine zweite Möglichkeit der Vermarktung etabliert (»Love Me Tender«, 1956; »Loving You«, 1957; »Jailhouse Rock«, 1957; »King Creole«, 1958; »G. I. Blues«, 1960; »Blue Hawaii«, 1961; »Girls! Girls! Girls!«, 1962). So stand Elvis entweder vor dem Mikrofon, auf der Bühne oder vor der Kamera und präsentierte sich als ideale, weil weitgehend reibungsfreie Projektionsfolie für (post)pubertäre Sehnsüchte und Ängste aller Art.
Wie veränderte sich die Szene in den 1960ern?
Der Rock 'n' Roll bekam jetzt Konkurrenz durch den Beat und weitere populäre Stile, vom Surf Sound der Beach Boys bis zu den herben Klängen eines Jimi Hendrix oder den intellektuellen und politischen Reflexionen von Bob Dylan. Presley blieb vor allem durch die Filme in den Medien präsent und schaffte Ende der Sechziger ein erstaunliches Comeback als Entertainer und TV-Star, der auf renommierten Show-Bühnen etwa in Las Vegas umjubelt wurde. Alben wie »From Elvis in Memphis« (1969) und »From Memphis To Vegas – From Vegas To Memphis« (1970) verkauften sich in altgewohnten Stückzahlen, Elvis selbst verwandelte sich in einen Paradiesvogel, der mit übertriebenem Outfit die alten und inzwischen glorreich harmlosen Zeiten des Rock 'n' Roll beschwor.
Wie sah der zweite Karrierehöhepunkt aus?
Seine Show »Aloha From Hawaii« wurde am 14. Januar 1973 unter immensem Werbeaufwand in alle Welt übertragen, etwa eine Milliarde Menschen schaute zu. Presley konnte nahezu jedes Honorar fordern. Der Öffentlichkeit präsentierte er sich als glamouröser Exzentriker, der sich mit Villen, großen Autos und verschwenderischem Gehabe jede Sympathie kaufen zu können glaubte.
Wie stand es um den privaten Elvis?
Im Privatleben zeigten sich die Schattenseiten seines Erfolges. Seine 1967 mit Pomp geschlossene Ehe mit Priscilla Beaulieu scheiterte nach sechs Jahren. Presley wurde zunehmend launischer und unberechenbarer und verfiel seiner Alkohol- und Tablettenabhängigkeit. Bei seinem Tod am 16. August 1977 – in der Badewanne seiner Villa »Graceland«, unter noch immer nicht geklärten Umständen – war er nur noch ein Wrack; finanziell hatte er alles erreicht, menschlich war er gescheitert.
Wie wurde Elvis zum Inbegriff des amerikanischen Traums?
Der Name Elvis Presley steht für eine beispiellose Karriere im Showgeschäft. Der Sohn eines Landarbeiters brachte es zum umjubelten Multimillionär, der im Lauf eines Vierteljahrhunderts rund 500 Millionen Platten verkaufte, für über 100 Singles und 40 LPs mit der goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde und in mehr als 30 Hollywoodfilmen als Hauptdarsteller zu sehen war. Presley verkörperte den Mythos vom Tellerwäscher, der es mit eigener Kraft schaffte, wurde aber auch zum Inbegriff des dekadenten Superstars.
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